Full text: Nationale Bodenreform

fahren bei Errichtung von Arbeiterwohnungen einzu- 
schlagen. Vor allem hatte ich auf dem Gebiete der Woh- 
ndungfrage ein tatkräftiges vorgehen der Gemeinden ver- 
langt, ohne deren Mitwirkung dauernde Erfolge nicht 
zu erzielen seien. Der Vorschlag, den Seiner Majestät 
dem Kaiser vorzulegen ich die Ehre gehabt habe und der 
im Protokoll des Staatsrates als Anlage 5 zur III Unter- 
frage e 1 Aufnahme gefunden hat, hatte folgenden Wort- 
laut: 
Der Staatsrat wolle beschließen, der Staatsregierung zu 
empfehlen: 
t hte: Beseitigung der Wohnungnot unter den Arbeitern 
die Kommunen zur unentgeltlichen Hergabe von Kommu- 
nalland an gemeinnützige Baugesellschaften mit der Maß- 
gabe zu veranlassen, daß nach Tilgung der Zinsen und des 
angelegten Kapitals durch die Mieterträge Baugrund und 
Häuser unentgeltlich in den Besitz der Kommunen über- 
ehen, 
ö he. die Kommunen durch Hergabe von Staatsland 
bei diesem vorgehen tunlichst zu unterstützen. 
Der Privatdozent Dr. Leo Ar on s, der im Jahr 1919 
gestorben ist, und in jener Zeit mit dem Großindustriellen 
Michael Flürscheim an der Spitze der Bodenreformer ge- 
standen hat, hat in einem Briefe, den er nach dem er- 
scheinen der ersten Auflage dieses Buches an mich ge- 
richtet hat, Wert darauf gelegt, daß mein Antrag im 
Staatsrate einem Vorschlage entnommen worden ist, den 
er in der Hauptversammlung der Bodenreformer in 
Köln gestellt hatte. J< habe es ihm gern bestätigt. Sein 
Vorschlag war schon in der ersten Auflage auf Seite 101 
erwähnt worden und ist hier auf Seite 92 zu finden. Da 
die Versammlung in Köln schon im September 1889 und 
die Verhandlungen im Staatsrate erst im Februar 1890 
stattgefunden haben, so geht schon daraus hervor, daß 
sein Vorschlag meinem Antrage zugrunde gelegen hat. 
Ich will es troßdem ausdrücklich hervorheben. Die ganz 
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