ausführlichen Berichten über die Verhandlungen gezählt
worden.
u" Agitation hat von da an einen lebhaften Ver-
lauf genommen. Der erste Schritt ist eine Eingabe
vom 22. April 1890 an den Berliner Magistrat gewesen,
der ersucht worden war, die bis zum Jahr 1870 reichende
und auf S. 127 abgedruckte Statistik über die Erhöhung
der Mieten in allen Stadtteilen fortzuführen. Die Antwort
ist am 18. September 1890 erteilt worden und lautete da-
hin, daß die Eingabe der Deputation für Statistik über-
wiesen worden sei, deren weiterer Erwägung es über-
lassen werden müsse, in wie weit sich Mittel finden ließen,
wie der allerdings in jeder Richtung hin wichtigen Frage
über das steigen und fallen der städtischen Bodenwerte
bezw. der reinen Bodenrente in den einzelnen Teilen un-
serer Stadt in exakter Weise nähergetreten werden könne.
Am 25. September 1890 hat der Schriftsteller Ottomar
Beta, dessen Vorträge im Heldschem Radikal Reform Ver-
ein in Berlin ich schon erwähnt habe, in einer öffentlichen
Versammlng einen Vortrag über den Entwurf eines
He imsstättenges et es für das Deutssche Reich ge-
halten. Fürst v. Bismarck hatte schon acht Jahre vorher
das Reichsjusstizamt mit Vorarbeiten für die gesetzliche
Gewährung eines unangreifbaren Grundbesitz Mini-
mums beauftragt. Jetzt hatte der Kammerherr K. von
Riepenhausen-Crangen einen Gesetzentwurf im Reichs-
tage eingereicht und sein Antrag war von Mitgliedern
der konservativen Partei unterstützt worden.
Die Versammlung der Bodenreformer hat nach aus-
führlicher Erörterung den Beschluß gefaßt, den Entwurf
eines Heimsstättengeseßzes als einen Bruch mit dem
Grundsatz willkommen zu heißen, daß der Grund und
Boden eine Ware sei wie jede andere und vom Besitzer
mit Schulden belastet werden könne zum Schaden des
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