Full text: Nationale Bodenreform

Beta wunderte sich, daß ich in der Gesellschaft das 
Wort ergriffen habe. Diesen Leuten sei die Bodenfrage 
nur eine Eigentumfrage: fiat justitia, pereat mundus. 
„Wir gehen den andern Weg. Wir sagen, unser Volk be- 
darf der Waffen im Kampf ums Dasein. Es braucht, um 
sich gesund und kräftig zu entwickeln, um billig produzieren 
zu können, Platz, d. i. Grund und Boden, braucht ihn billig, 
nicht nach Willkür verteuert; und deshalb gehört der Grund 
und Boden des Vaterlandes unter ein öffentliches Recht, das 
den Verkehr in den Grundstücken regelt. Und an diesem 
öffentlichem Rechte findet das Besitrecht seine Schranke. 
Was die Engländer hätten, billige Wohn- und Werk- 
stätten für ihre produzierende Bevölkerung, verlangte er 
auch für uns. Für die Herren in der Volkswirtschaftlichen 
Gesellschaft sei die Bodenfrage lediglich als Eigentum An- 
gelegenheit vorhanden, und ihre Tendenz sei durchweg die 
Verschärfung des Eigentums im Sinne des römischen 
Rechts. Er glaubte, daß wir beide nicht vor dem erstem 
Flürscheimschem Vorschlage der Emission von 100 Mil- 
liarden Rentenbriefen als dem einzigem Wege der Erlö- 
sung auf den Knien lägen. Herr Dr. Hugo Preuß, der 
die Bodenbesitzreform zu vernichten vermeinte, indem er 
Flürscheim mit Syllogismen umwand und erdrossselte, sei 
dennoch zu dem selbem Resultat gekommen. Herr Preuß 
sei gegen die Boden Verstaatlichung ~ er auch, denn der 
Boden sei bereits staatlich, der Staat habe nur nötig, sich 
auf sein Recht zu besinnen. Preuß habe mich einen De- 
magogen genannt, aber dies bißchen Demagogie habe ihn 
schon bewogen, der neuen Bauordnung zuzustimmen. 
Beta schloß seinen offenen Brief an mich mit den Worten: 
„Lassen Sie die Flaggen hissen. Si e ha b en d en h ä r - 
testen Kiesel, d en es auf Gottes we iter Welt 
je gegeben, weich g e kocht, das Herz der Cob- 
denklu b- Ehrenmitglieder auf deutscher 
G r d e!“ 
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