Brief, den Flürscheim an ihn gerichtet hatte, und der Be-
leidigungen über Dr. Stamm enthielt, diesem ausgeliefert
haben. Flürsscheim hat ihm das nie verziehen.
Der Sohn Wehbergs hat in Erinnerungen an seinen
Vater, die von ihm im Jahre 1918 in der Bundeszeit-
schrift (1913 S. 50) veröffentlicht worden sind, Wert da-
rauf gelegt, festzustellen, daß sein Vater erst na ch der
Niederlegung seines Amtes als Vorsitzender, Stamm von
dem Inhalte jenes Briefes Kenntnis gegeben habe. Ich
will seinem Wunsche, es zu erwähnen, nachkommen, ohne
damit das verhalten seines Vaters billigen zu wollen.
Es ist leider richtig, wenn er sagt, daß sowohl sein
Vater wie Stamm und Flürscheim zu den Männern ge-
hört haben, die ihre eigenen Wege gehen und sich nicht in
Reihe und Glied stellen mögen. Unsere Bewegung hat
lange darunter gelitten.
U His für unsere Bewegung ist es gewesen, daß
Flürscheim seine erfolgreichen Agitationreisen bald
aufgegeben hatte, sich beständig im Auslande aufhielt und
seine Pflichten gegen sein Vaterland nicht immer so auf-
gefaßt hat, wie ich gewünscht hätte. Wir fühlten uns alle
mit unserer Heimat eng verbunden. Flürscheim war Kos-
mopolit. Auch die spekulative Anlage von Kapitalien in
Grundstücken ist ihm verdacht worden. Er sagte zwar,
daß das in voller Übereinstimmung mit seiner Lehre ge-
schehen sei, da man danach als Kapitalist sein Geld nicht
vorteilhafter und sicherer anlegen könne als in Grund-
stücken. Ich habe aber gefunden, daß er als Bodenrefor-
mer nicht selbst etwas tun durfte, was er öffentlich als
nachteilig für die Gesamtheit bekämpft hatte. So hat
es sich immer wieder gezeigt, daß wir bei gleichem streben
doch nicht eines Sinnes waren.
Es ist für mich von großem Wert gewesen, daß Da-
maschke in dem Streit über die Wege, die den Bund zum
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