Full text: Nationale Bodenreform

len worden sei. Man habe es aber ganz dem Belieben 
des einzelnen überlassen, dieser Empfehlung zu folgen 
oder nicht. 
Dr. Arons hat die Vorwürfe wiederholt, die er in 
seinem Mahnruf erhoben hatte. Er hat ein bescheideneres 
auftreten empfohlen. Der Bund beschäftige sich nur mit 
einem Teil des sozialen Problems. Von der Sozialde- 
mokratie würde begreiflicherweise vor allem das unmit- 
telbare Verhältnis von Unternehmer und Arbeiter be- 
handelt. Die Aufgabe müsse es sein, die Unhaltbarkeit 
der bestehenden Verhältnisse auch in Kreisen darzutun, 
die der Sozialdemokratie unzugänglich seien. Anderseits 
habe er die speziellen Bundesideen und die sich daraus 
ergebenden Forderungen immer wieder zur Diskussion 
zu stellen. Einzelne Forderungen seien nur so lange zu 
vertreten, bis sie von anderer Seite aufgenommen sseien, 
dann wären sofort neue an deren Stelle zu setzen. 
Am Schlusse seines Vortrages hat er einen Antrag 
eingebracht, der auf ein Mißtrauensvotum gegen meine 
Gesschäftführung hinauslief. Er hatte dafür außer seiner 
noch die Unterschrift des bisherigen Kassenführers Brucks 
gewonnen, der sie aber in der nächsten Nummer des Bun- 
desorgans teilweise zurückzog. Der Antrag hatte folgen- 
den Wortlaut: 
Die Generalversammlung des deutschen Bundes für Bo- 
denbesitreform erklärt, daß die Tätigkeit des Bundes im 
vergangenen Jahre n i < t der Aufgabe des Bundes ent- 
sprochen hat. Sie wünscht ein detailliertes Eingehen in Ne- 
benforderungen vermieden zu sehen, und erblickt die Haupt- 
aufgabe des Bundes in der beständigen Kritik der bestehenden 
Gesellschaftordnung unter besonderer Betonung der Verderb- 
lichkeit der Einkommen aus Monopolen und Renten. 
Der Antrag wurde nach einer lebhaften Aussprache, 
an der sich auch die von auswärts erschienenen Bundes- 
mitglieder beteiligten, abgelehnt, und es wurde ein An- 
trage des Rechtsanwalts Berg angenommen, worin dem 
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