in unserer Eingabe in den letzten drei Jahren auf 75
Millionen Mark bezifferten Verluste der Baugewerbe-
treibenden einen zahlenmäßigen Nachweis zu liefern. Zu
gleicher Zeit wünschte er auch statistisches Material,
wenigstens für die großen Städte der Monarchie, über die
Höhe der Verluste.*x) Dem Minister statistisches Ma-
terial in diesem Umfange zu liefern war natürlich für
einen Verein, der nur einige hundert Mitglieder besaß,
ganz ausgeschlossen. Ich wollte aber versuchen, für Ber-
lin genauere Angaben über die Höhe der Verluste zu be-
schaffen.
... Juni 1894 wurde die Bevölkerung der Reichs-
hauptstadt durch den Selbstmord des Malermeisters
Seeger, der mit seiner ganzen Familie den Tod gesucht
hatte, in Schrecken versetzt. Ich habe, als die Erregung
in Handwerkerkreisen über dieses furchtbare Ereignis
immer mehr zunahm, den Zentral Innung Ausschuß,
dessen Mitglieder uns schon früher ihren Beistand ge-
liehen haben, am 14. Juni 1894 um seine Unterstützung
gebeten und habe am 21. Juni 1894 eine neue Versamm-
lung einberufen, zu der alle beteiligten Innungen Ein-
ladungen an ihre Mitglieder erlassen haben.
Die Versammlung hat in Kellers Festsälen in Berlin,
Köpenickerstraße 95/96, stattgefunden. Sie war von nahezu
2000 Bauhandwerkern besucht und hat einen überaus
stürmischen Verlauf genommen. Ich habe als erster Red-
ner über den Verlauf der Sache, über die Verhandlungen
mit Bosse, und über die vergeblichen Versuche bei seinem
Nachfolger Hanauer und beim preußischem Abgeordneten-
hause Bericht erstattet. Aus dem Abgeordnetenhausse sei
unsere Petition bis jetzt viermal unerledigt zurückge-
kommen. Ich schilderte die grenzenlose Notlage, die durch
den Rückgang der Bautätigkeit bei einer gleichzeitigen
.. F Errete. Das Pfandrecht der Bauhandwerker S. 287.
. |
943