ten aber rückhaltlos für uns ein. Die Baugewerk Zei-
tung meinte, daß die Beschaffung des Materials keines-
wegs leicht sein werde. Die Handwerker, die von betrü-
gerischen Bauherrn hineingelegt wurden, oder bei der
Subhasstation ausgefallen seien, zeigten meist nur geringe
Neigung, ihre Verluste zu deklarieren, weil sie dadurch
ihren Kredit noch weiter zu schädigen fürchteten. Andere
wieder, die durch die Verluste ihre ganze Existenz und
Selbständigkeit verloren hätten, seien stumpf und gleich-
gültig geworden. Von ihnen sei daher auch nicht viel
Material zu erwarten.
Ein anderes Handwerkerorgan schrieb, daß wir uns
bescheiden müßten. Wir würden nicht jeden Bauhand-
werker dazu bewegen können, seine Verluste zu dekla-
rieren, ebensowenig wie der Bauplatzspekulant uns mit-
teilen werde, welche Gewinne er gehabt hätte.
[E" Ausnahme von der günstigen Haltung der Presssse
machte nur Eugen Richters Freisinnige Zeitung, die
in ihrer Nummer vom 28. Juni 1894 über uns herfiel.
Richter hatte sich im Reichstage und Landtage allem ent-
gegengestemmt, was Fürsst Bismarck zum besten unseres
Volkes geplant hatte. In ihm hatten die Verstaatlichung
der Eisenbahnen wie die Zolltarifreform und die Anfänge
unserer Kolonialbewegung einen hartnäckigen Wider-
ssacher gefunden. Er hatte in Gemeinschaft mit den So-
zialdemokraten jede Ausdehnung unserer Flotte und jede
Verstärkung unserer Wehrmacht mit seinem großem Ein-
fluß bekämpft, und hatte dadurch nicht wenig zum Nieder-
gang der alten Fortschrittpartei beigetragen, in der einst
ein Oberbürgermeisster Ziegler die Worte gesprochen
hatte, daß das Herz der Demokratie stets da sei, wo
Preußens Fahnen wehen! Jetzt versuchte er die Boden-
reformer als lästige Mahner zu erledigen. Trotzdem es
sich um das Wohl von tausenden von Handwerkern han-
2.6