delte, die nur das unglück hatten, nicht mehr zu seinen
Wählern zu gehören.
Ich habe dem Begründer der Freisinnigen Zeitung,
der seine großen Gaben so wenig nütlich für unser Volk
verwendet hat und dessen Standbild unverdientermaßen
die Hauptstadt des Deutschen Reiches zieren soll, in
meinem Aufsatz: „Herr Richter als Dichter“ die Antwort
gegeben, die ihm gebührte.*) Herr Richter hat sich dafür
auf seine Weise dadurch gerächt, daß er einen liberalen
Berliner Verein boykottierte, weil ich dort einen Vortrag
gehalten hatte. Er schrieb in seiner Zeitung, wenn er
Veranlassung nehmen wollte, über diese Frage öffentlich
zu sprechen, so würde er nicht einen Verein dazu aus-
wählen, in welchem Herr Freese Vorträge halte. Er
hatte ganz recht, denn es wäre bei seiner Sachkenntnis
für ihn nicht ungefährlich gewesen.
Mit dem Ausschluß aus der Vereinstätigkeit war vor-
her schon Dr. Harmening bedacht worden. Dieser war
vor seinem Zusammenstoß mit Richter von den freisinni-
gen Vereinen als Redner sehr gesucht worden. Nachdem
er von der Freisinnigen Zeitung in den Bann getan wor-
den war, hatte es, wie er mir mitgeteilt hat, in Berlin
kein Verein mehr gewagt, den verfemten Parteigenossen
und Reichstagabgeordneten zu einem Vortrage einzu-
laden. So war die Freiheit beschaffen, die er meinte.
V* den geschädigten Handwerkern waren mir in-
/ zwischen mehr als 200 Briefe mit Angaben über
ihre Verluste, zumteil mit erschütternden Einzelheiten,
zugegangen. Es sind bei mir damals von 234 Handwer-
kern und Lieferanten 5 486 117,33 Mark Verluste ange-
meldet worden. Meist mit der dringenden Bitte um Ver-
schwiegenheit. Eine Bekanntgabe hätte den betreffenden
*) Zeitschrift Frei Land 1894 S. 14.
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