Die neunte Hauptverlammlung.
Oz sind wieder ernste Aufgaben an uns herangetreten.
Der Justizminister Dr. Schönste dt hatte
dem Bunde zu meinen Händen am 10. Dezember 1897
neue Entwürfe eines Reichsgesetzes betreffend die Sicherung
der Bauforderungen und eines preußischen Ausführunggesetzes
nebst Begründungen übersandt.*) Wir
mußten Stellung zu diesen Entwürfen nehmen und der
Vorstand hat am 20. Januar 1898 den Beschluß gefaßt,
mich zu ersuchen, die Kommission, die unsere Vorschläge
ausgearbeitet hatte, wieder einzuberufen. Die Gesetzentwürfe
sollten sorgfältig geprüft und dem Justizminister
dann unser Gutachten übermittelt werden. Die Kommission
ist demnächst zusammengetreten, und hat ende
März 1898 ihre Arbeiten abgeschlossen. Der Berliner
Innungausschuß hatte sich dabei durch zwei Delegierte
Jessel und Völker vertreten lassen. Außerdem ist Ottomar
Beta zu den Beratungen zugezogen worden. Unser
Gutachten ist am 22. April 1898 dem Justizminister übergeben
worden.
I? 2. April 1898 hat die neunte Hauptversammlung
des Bundes stattgefunden. Es ist die letzte in meiner
achtjährigen Amtsdauer als Vorsitzender gewesen. Der
Geschäftbericht konnte, weil ich mich im letztem Jahr
Krankheit halber monatelang im Süden aufgehalten
hatte, nur kurz ausfallen. Es waren nur zwei wichtige
Ereignisse hervorzuheben. Das erste war die Gründung
eines Verbandes der auf der Grundlage des gemeinschaftlichen
Eigentums errichteten Baugenossenschaften gewesen,
dessen Leitung Professor Dr. H. Albrecht übernommen
hatte, der als Nachfolger des Geheimrat Dr.
Julius Post Leiter der Zentralstelle für Volkswohlfahrt
») Freese. Das Pfandrecht der Bauhandwerker. S. 314.
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