Full text: Nationale Bodenreform

am 22. Dezember 1907 in der Deutschen Zeitung, Beilage 
Deutsche Welt Nr. 12 S. 187, unter der überschrift B o - 
d enreformerische Rund sc< au veröffentlicht hat, 
meine Tätigkeit als Bodenreformer geschildert. Er hat 
auf meine Berufung als Sachverständiger zu den Ver- 
handlungen des Staatsrates über die Arbeiterschutzgesetze 
im Jahre 1890 und auf meine gewerblichen Erfolge hinge- 
wiesen und hat dann gesagt: 
„Freese hat auch literarisch seine Ideen verfochten, und 
wer von den Lesern im praktischem Leben steht und deshalb 
ein natürliches und manchmal gesundes Vorurteil gegen 
Theoretiker hat, der mag die kleinen Schriften dieses Prak- 
tikers beachten. (Es folgt eine Aufzählung meiner Schriften.) 
Im öffentlichem Leben hat sich Freese fast auschließlich als 
Bo d enr e f or me r betätigt. Von 1890—1898 war er Vor- 
sitzender des Bun d es deut scher Bo d enr e f orm e r 
und hat sich als solcher ein großes Verdiensst dadurch erwor- 
ben, daß er die Bewegung aus den rein abstrakten Gefilden 
theoretischer Spekulation auf den f e st e n Bo d en nü ch - 
terner Wirklichkeits arbeit führte. Namentllich 
war es die Frage des Schutzes der Bauhandwerker, diese große 
und leider noch zu wenig bekannte Frage, für die er die 
Kräfte des Bundes einsette. Das anerkannt beste Werk in 
dieser Frage stammt aus seiner Feder.“ 
„Als Heinrich Freese 1898 den Vorsitz niederlegte und der 
Schreiber dieser Zeilen sein Nachfolger wurde, da hat dieser 
es als Gewinn betrachtet, in persönlicher Freundschaft und 
sachlicher Kameradschaft stets der treuen Hilfe dieses Mannes 
sicher zu sein." 
Die Abwendung des Bundes aus den abstrakten Gefil- 
den der Spekulation ist hiernach nicht erst unter meinem 
Nachfolger, sondern schon an dem Tage vor sich gegangen, 
an dem ich im August 1890 den Vorsitz des Bundes über- 
nommen habe. Auch in anderen Bodenreformschriften habe 
ich Angaben gefunden, die mit dem wirklichem Verlauf 
nicht übereinstimmen und die darauf hinauslaufen, die 
Leistungen des Bundes unter meiner Führung zu verklei- 
nern. Die „alte“ Bewegung soll schon 1896, als Damaschke 
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