Full text: Nationale Bodenreform

seines Wesens. Es sind damit aber auch die Grenzen 
seiner Wirksamkeit angedeutet. Damaschke ist aus dem 
Lehrerstande hervorgegangen, und alle Anzeichen sprechen 
dafür, daß er ein hervorragend begabter Lehrer gewesen 
sein muß. Sein wirken ist lehrhaft, aber mit der Wieder- 
gabe dessen, was andere getan haben, erschöpft. Produk- 
tive Kräfte sind ihm versagt geblieben. Er ist kein Bahn- 
brecher. Er ist nur erfolgreich gewesen als Verbreiter. 
Wo er es versucht hat, aus eigenem zu schöpfen, haben 
sich die Grenzen seines könnens gezeigt. Seine Darstel- 
lung gewerblicher Verhältnisse und seine Vorschläge ver- 
raten allzu oft den Laien. Was Flürscheim an Henry 
George und anderen getadelt hat, daß sie nichts von Ge- 
schäften verstanden haben, gilt zum Nachteil der Bewe- 
gung auch von ihm. 
In der Angelegenheit der Krieg erh eimst ätt en 
ist dieser Mangel besonders hervorgetreten. Es wäre besser 
gewesen, wenn diese Sache von vornherein nicht in der 
Hand eines Redners von vielen Graden, sondern eines 
Mannes der Praxis aus den Reihen der Bodenreformer 
gelegen hätte. Ich denke dabei besonders an Adolf P o h I- 
man, von dem auch die entscheidenden Anregungen aus- 
gegangen waren. Er hätte die Sache vermutlich anders 
angefangen. Die Einzelheiten der Vorgänge sind auch 
mir erst nach dem Kriege durch die Veröffentlichungen 
Damasschkes bekannt geworden.*) Wer sie nachliest, wird 
sich den Bedenken, die ich auf S. 377 geäußert habe, nicht 
verschließen können. 
u diesem Mangel an praktischen Erfahrungen kommen 
Zuos andere Fehler, die ich nicht mit Stillschweigen 
übergehen kann. Seine nach Leibnitzens Worten currente 
calamo, mit flüchtiger Feder, verfaßten Schriften lassen 
oft die nachbessernde Hand des Autors vermissen. Da- 
nu ») Zeitschrift Bodenreform 1918 S. 313. 335. 1919 S. 21. 1920 S. 238. 294. 
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