darüber gleicher Meinung. Troh dieser überzeugung von der Schäd-
lichkeit der Mietkasernen in gesundheitlicher und sozialer Beziehung
werden auch in den äußeren Stadtteilen, vor welchen sich unbenutte
Bodenflächen weithin ausdehnen, fast ausschließlich Mietkasernen
errichtet, obgleich Plat in Menge zur Errichtung niedriger Gebäude
mit Garten vorhanden wäre.
Der Grund dieser beklagenswerten Entwicklung ist nur darin
zu suchen, daß die Errichtung von Mietkasernen mit Vorder-, Hin-
terhaus, Seitenflügel und fünf bewohnten Geschossen troß der
anerkannten Schädlichkeit dieser Bauart für die Bevölkerung, den
Besitzern des Bodens eine so hohe Rente abwirft, daß jeder andere
Bodenertrag, sei es als Gartenland, zu Landhäusern oder Arbeiter-
häusern mit Garten oder auch zu Fabriken weitaus hinter denselben
zurückbleibt.
Ist die Errichtung von Mietkasernen erlaubt, und erheben sich
solche in der Nähe, so lassen die Besiter die Bauflächen lieber zehn
oder zwanzig Jahre als Wüstenei liegen, ehe sie den Boden zu einem
Preise abgeben, welcher die Errichtung von niedrigen Einzelhäusern
erlaubt. Die Errichtung von Landhäusern rund um die Stadt,
welche ein so viel gesunderes wohnen herbeiführen, ist aus diesem
Grunde so gut wie unmöglich.
Aus demselben Grunde kann es den zahlreichen gemeinnütziigen
Baugesellschaften nicht gelingen, sei es auch noch in so erheblicher
Entfernung vom Mittelpunkte der Stadt, niedrige Arbeiterhäuser
zu errichten. Auch die Industrie sieht sich außersstande, sich in
größerem Umfange in den Außenbezirken Niederlassungen zu grün-
den, weil auch sie beim Erwerb des erforderlichen Bodens mit den
fünfstöckigen Mietkasernen im Bodenpreise konkurrieren soll und
dies nicht vermag. Des gesamten brachliegenden Terrains der
Außenbezirke der Stadt hat sich eine wilde und in ihren sozialen
Wirkungen höchst beklagenswerte Spekulation bemächtigt, deren
reale Unterlage die. bisherige Unterlassung besonderer Bauvorschrif-
ten für die Außenbezirke bildet. Alle, auch die entlegensten Besitzer,
rechnen auf die Errichtung von Mietkassernen. Für niedrige und
in geringem Umfange ausgenuttte Gebäude ist Grund und Boden
nicht erhältlich. Die Spekulation läßt ihn lieber brachliegen. Ohne ein
geeignetes Eingreifen der Behörden droht diese Entwicklung der
Dinge immer unheilvoller zu werden. Für unsere Kinder und Enkel
noch schlimmer als schon für uns.
Aus dieser Einsicht heraus hat der unterzeichnete Verein den Er-
laß von Baubeschränkungen für einen Teil der Berliner Vororte im
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