5. Die Verstaatlichung der Wallerkräkte.
An
da s Haus der A bg e or d net en
hier.
Petition
betreffend das Wasserrecht.*)
Y? „Deutsche Bund für Bodenbesitzreform“ richtet an das Haus
der Abgeordneten die Bitte, in Anbetracht der hohen Bedeutung,
welche die Wasserläufe durch die Fortschritte der Elektrotechnik für
die Industrie sowohl im Klein- wie im Großbetrieb erlangt haben,
bei der bevorstehenden Beratung über eine Neuregelung des Wassser-
rechts in Erwägung zu ziehen:
„ob es sich nicht empfiehlt, die gesamten Wassserläufe in den
Besitz des Reiches (oder doch wenigstens der Einzelstaaten) zu
nehmen, um auf diese Weise eine möglichst rationelle Ausbeu-
tung derselben zu ermöglichen und den durch die Fortschritte
der Technik gewonnenen Zuwachs des Nationalreichtums nicht
einzelnen zufälligen Besitzern oder ohnehin kapitalkräftigen
Personen, sondern der Gesamtheit der Nation zugute kommen
zu lassen."
Begründung.
Bis vor 25 Jahren hatte die Elektrizität sich im praktischen
Leben nur auf dem Gebiete der Telegraphie und des Signalwesens
bewährt; es galt fast als feststehende Wahrheit, daß die Elektrizität
nur die feine Arbeit dieser technischen Verwendung leisten könne.
Seit jener Zeit hat sich eine gewaltige üänderung vollzogen. Die
elektrische Beleuchtung hat ihren Siegeszug durch die Welt begonnen;
auf den verschiedensten Gebieten, z. B. der Reinmetallgewinnung,
hat die Elektrizität unerwartetes geleistet. Auf der Frankfurter
elekrischen Ausstellung fanden sich neben zahlreichen Maschinen von
100 Pferdekräften solche von 500 und 600 Pferdekräften vor.
Das wichtigste Ergebnis der Frankfurter Ausstellung aber war
die praktisch durchgeführe übertragung von Kraft auf weite Ent-
fernungen. Durch die Anwendung der Transformatoren, welche es
gestatten, schwachgespannte Ströme zum Zweck der Fortleitung in
solche von hoher Spannung zu verwandeln und letztere für die
») Zeitschrift Frei Land 1892 Nr. 19.
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