natürlichen Rechten zu schüßen; und ihr Landbesitz ist ihr ursprünglichstes
und wirtschaftlich wertvollstes Besittum. Die deutschen KolIonialländer
umschließen große und teilweise reiche Gebiete, deren
Reichtum die Eingeborenen nicht zu schätzen und aufzuschließen vermögen,
während er unserem Volke und jenen Völkern in hohem
Maße nützlich werden könnte. Wollen wir nun iene Völker, die
von dem Wert des Landes fast keinen Begriff haben, nicht übervorteilen,
nicht an ihnen einen Raub verüben, wollen wir vielmehr
unser sittliches Recht zu solcher Beschlagnahme des Landes erweisen,
so dürfen wir uns nicht als Eigentümer gerieren, die das Land verschenken
und verkaufen, sondern als Vormünder und Verwalter unmündiger
Völker, deren Vermögen wächst, indem wir sie lehren, wie
man die Schätze ihres Landes aufschließt und den Menschen diensstbar
macht.
Dies ist unseres Erachtens die hohe und humaner Völker einzig
und allein würdige Kulturmission, die wir an jenen Völkern zu erfüllen
haben, damit die jetzt begonnene neue Periode der Kolonisation
nicht wie die älteren ihren Weg bezeichnet mit der Vertreibung
der Eingeborenen von ihrem Grund und Boden, mit der Unterdrückung
oder dem „aussterben der Naturvölker“, das nach den klassischen
Untersuchungen Gerlands nicht sowohl in der Natur der Dinge
als vielmehr in der Behandlung der Naturvölker durch die Weißen
seinen Grund hat. ~ Und was ist der Erfolg für die Weißen selbst
gewesen? Das auffallendste Beispiel bietet Nord-Amerika: man hat
die Indianer von ihrem Boden vertrieben, und jetzt vermag die dortige
kolossale Ländermasse noch nicht 75 Millionen Menschen zu ernähren
~ sie erscheint übervölkert: das Privateigentum erschwert
den arbeitsuchenden Menschen den Zugang zum Boden und seinem
Reichtum.
Wenn wir unser Schußland Privaten als Eigentum übergeben,
so kommen wir als Eroberer, und wir wollen besseres sein: Pioniere
der Kultur. Wir bedürfen dazu des Bodens und seiner Schätze von
der Ackerkrume an bis zu den Diamanten. Legen wir auf sie Beschlag
als auf ein Volkseigentum und übergeben wir sie denen, welche
sie am besten ausnutzen können, in Pacht und Betrieb, so steigt das
Land an Wert; die organisierte Gesellschaft in Kommune und
Staat wird durch die Pacht, diese einfachste, gerechteste und ergiebigste
aller Steuer, die mit der steigenden Menschenzahl und der
steigenden Naturbeherrschung ganz von selber steigt, vermögend, und
bermag nun die mit der Entwickelung des Landes steigenden Anforderungen
an die Gefsellschaft in Wegen, Eisenbahnen, öffentlichen
Bauten, Schulen u. s. w. zu befriedigen; und auf der festen Basis
30%
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