Leibarzt Dr. J. Albu, der Schriftsteller Robert Schweichel
und der Reichstagabgeordnete Paul Singer angehört ha-
ben. Das Programm des Vereins ist nach Wehberg in
der Staatsbürger Zeitung veröffentlicht und später in
der Stammschen Schrift: „Deutschlands Weltberuf“ S.
111 abgedruckt worden. Es hat vier Leitsätze enthalten,
von denen der erste die Betätiguzrek Jer Menschenliebe,
der zweite die Freiheit der Schzi cos Jebss V rc<<lichen
Beeinflussung, der dritte die Verstaatlichung des Grund
und Bodens und der letzte dik Ertveiterung der Volks-
rechte und die Sicherung des Fxiedens durch Schiedge-
richte verlangt haben.#) R. §
Der Verein hat nur wenige "Jahre vestanden. Dr.
Stamm hat mit Führern der Sozialderätökratie verkehrt
und hatte sich der Partei als Mitglied angeschlossen. Er
hat auch als Delegierter im Juli 1874 den 6. Kongreß der
ssozialdemokratischen Partei in Koburg besucht und hat
dort den Antrag gestellt, in das Programm der Partei
einen Zusatz des Inhalts aufzunehmen, daß ein sehr
bedeutender Teil des arbeitlosen Erwerbes aus dem pri-
vatem Grundödbesitz fließe; daher verlange die Partei die
gänzliche Beseitigung des privaten Grundbesitzes durch
ein gerechtes Enteignungverfahren. Der sssozialdemo-
kratische Parteiführer Liebknecht hat diesem Antrage wi-
dersprochen und hat ausgeführt, daß er auf prinzipiell
falscher Anschauung beruhe. Die Erde liefere keine öko-
nomischen Werte ohne Arbeit. Die menschliche Arbeit
frei zu machen, sei das Ziel der Sozialdemokratie. Die
Grund- und Bodenfrage sei zwar ein wichtiger Teil der
sozialen Frage, aber nicht die soziale Frage. Die Wich-
tigkeit der Grund- und Bodenfrage sei schon durch den
Stuttgarter Beschluß anerkannt. Stamms Antrag ist
dann abgelehnt worden.
Bodenre ): BFH erg. D Hans: M Theodor Stamn und die Anfänge der deutschen
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