3. vor einem Hineindrängen in überfüllte Berufe zu warnen;
4. den einzelnen Bewerberinnen Auskunft zu erteilen über die Mög
lichkeiten und Koften der Ausbildung, fowie über Erwerbsausfiditen;
5. auf Wahl des Berufes nach Neigung und körperlicher, fowie geiftiger
Befähigung hinzuwirken;
6. Die Auskunftfuchenden zu veranlaffen, daß fie fich einer gründlichen
Lehre unterziehen, in welchem Berufe es auch fei;
7. Lehrftellen zu vermitteln.
Die nötigen Unterlagen für diefe Arbeit wurden durch Fragebogen
gewonnen, welche mit Befürwortung der Handelskammer, des Vereins zum
Schut? für Handel und Gewerbe und des lnnungsausfchu|fes verfchickt
wurden.
Berufsaustcunft.
Eine Anzahl der Auskunftfuchenden wandte [ich den Berufen der
Hausbeamtin, Gärtnerin, Kindergärtnerin, Jugendleiterin, Landpflegerin der
fozialen Tätigkeit oder der Photographie zu; andere erlernen jetd das
Wäfchenähen, Schneidern oder Puhmachen; vor dem Herandrängen in kauf-
inännifche Berufe mit unzulänglicher Vorbildung wurde gewarnt; eine An
zahl der Ratfuchenden erhielt Auskunft über Lehrberufe und akademifches
Studium.
Vor allen Dingen ift bei der Berufsauskunft Wert auf die Mitarbeit der
Schule zu legen. Es wurde angeftrebt und größten Teils auch erreicht,
daf? an jeder Schule eine Lehrkraft befondere Fühlung mit der Berufsaus
kunft nahm, und auf der anderen Seite die heranwachfenden Mädchen auf
die Wichtigkeit der Berufswahl hinwies und in folchen Fällen, in denen es
wünfchenswert erfchien, fie der Berufsauskunfts [teile zuwies. Es wurden
feit Beftehen der Auskunft [teile bis 30. Juni 1917 460 Fälle erledigt und
zwar wurde in 320 Fällen Auskunft erteilt über das Wefen und die An
forderungen verfchiedener weiblicher Berufe, über die Koften der Ausbildung,
die Ausfichten der Anftellung und es wurde Rückfprache genommen wegen der
körperlichen und geiftigen Eignung der Auskunftfuchenden für einen be-
ftimmten Beruf. In 39 Fällen wurden fchulentlaffene Mädchen dem Tages
heim zugewiefen. In 66 Fällen wurden Lehr- und Anfangszeilen vermittelt
und zwar teils häusliche, teils gewerbliche.
Die Verwalterin der Auskunftftelle nahm auf Koften der W.-Z. im
November 1916 an einem Einführungskurfus für Arbeitsnadiweisbeamtinnen
in Berlin teil, welchen der Verband märkifcher Arbeitsnachweife und der
Kartell der Auskunfteien für Frauenberufe veranftaltet.