Full text: Nationale Bodenreform

Hypothekengläubiger ihre Forderungen schon kündigen 
würden, ehe ein nennenswerter Teil der Rente, die ihre 
Sicherheit bildet, weggenommen sein wird.*) über die 
Haus- und Grundbesitzer würde eine Katastrophe herein- 
brechen, und die Reformer würden mit vollem Recht dafür 
verantwortlich gemacht werden. 
s): Vedenken gegen die von Henry George verlangte 
Single tax werden noch dadurch versstärkt, daß gleich- 
zeitig alle Steuern außer der auf Grundwerte abge- 
schafft werden sollten. Die Grundsteuer sollte die einzige 
Einnahmequelle des Staates und der Gemeinden ssein. 
Alle anderen Steuern sollten fortfallen. Eine Forde- 
rung, die nach meiner Ansicht schon deshalb verfehlt war, 
weil er damit auf Gebiete übergriff, die nicht mehr aus- 
schließlich vom Standpunkte des Landreformers aus be- 
urteilt werden dürfen. Gewisse Steuern können auch 
nach teilweiser oder vollständiger Einziehung der Grund- 
rente nicht entbehrt werden. Man denke nur an Steuern, 
die der Anhäufung von Reichtümern in Einzelhänden 
und dem übermäßigem Aufwand entgegenwirken sollen. 
Man kann mit Recht die Frage aufwerfen, warum durch- 
aus nur der Boden besteuert werden soll und nicht auch 
das bewegliche Kapital, das zu ansehnlichen Teilen aus 
realisierten Bodengewinnen entstanden ist. 
Erbschaft- oder Kriegsgewinnssteuern, Steuern auf 
Lustbarkeiten oder Glückspiele, auf Schnaps, Bier oder 
Tabak, Hundesteuern können auch im Bodenreformstaat 
sehr am Platze sein. Das gleiche gilt für die Zölle, durch 
die die einheimischen Erzeugnisse vor ausländischem 
Wettbewerb geschützt werden sollen. Man würde einen 
verhängnisvollen Fehler machen, wenn man alle diese 
Steuern eines Lehrsatzes wegen ablehnen wollte. Die 
is €! tre . §e Krankheit des Wirtschaftskörpers. Wien 
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