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die allgemeine Arbeit dagegen muß anteilsmäßig auf die Werke ver-
teilt werden, wodurch der kalkulatorische Gesichtspunkt in die Er-
scheinung tritt. Verlangt wird, daß die errechneten Abgaben von
Arbeit an die einzelnen Werkskontren die Skontren der Arbeit aus-
gleichen. Dies wird hinsichtlich des Skontros der allgemeinen Arbeit
praktisch nicht der Fall sein; es werden sich, je nachdem die schät-
zungsweisen Überträge auf die Werkskontren der Wirklichkeit
mehr oder weniger entsprechen, Unterschiede zeigen, die zur Be-
richtigung der Werkskontren Anlaß geben. Das Werkskontro muß
einen Rechnungsträger haben, den Teilbetrieb, die Werksätte, die
Arbeitsgruppe, den einzelnen Arbeiter. Es muß eine schriftliche
Nachweisung gebildet werden, die die Werkaufgabe ersehen läßt, die
empfangenen Stoffe, die Lohnarbeit, die den Anteil an der allge-
meinen Arbeit wertmäßig einstellt, ebenso wertmäßig die unver-
brauchten Stoffe, die dem Lager zurückgegeben werden, etwaige
Nebenerzeugnisse, die gleichfalls an das Lager gehen, die etwa von
der Lohnarbeit zwischendurch auf andere Werke verwandte, wo-
nach sich der Herstellungswert des Werkes ergibt, zu dem das Werk
abgeliefert wird, womit sich das Skontro desselben ausgleicht. Diese
Nachweisungen zu bilden oder sie rechnerisch auszugestalten, ist
Sache der Betriebsführung. Nun ist der Weg, auf dem wir die in das
Werk übergehenden Werte zu verfolgen haben, nicht immer ein ein-
heitlicher, er zerfällt vielmehr, der den Fabrikbetrieb kennzeichnen-
den Arbeitsteilung gemäß, meist in Teilstrecken. Wir wollen sie
Arbeitsgänge nennen. Die Arbeitsgänge können hintereinander ge-
ordnet sein, sie können aber auch nebeneinander laufen, um einem
Schlußarbeitsgang Teilwerke zur Verbindung zu übergeben. Auch
auf diese Arbeitsgänge findet das Verhältnis von Eingang und Aus-
gang Anwendung. Ein folgender Arbeitsgang empfängt vom voran-
gehenden das Teilwerk zum Herstellungswert mit bestimmter Werk-
aufgabe, empfängt dazu vielleicht Stoffe vom Lager, die wertmäßig
in Eingang zu bringen sind, empfängt jedenfalls Arbeit und übergibt
nach Vollendung der Werkaufgabe das Werk dem nächsten Arbeits-
gang oder dem Lager der fertigen Werke. Es bedingt also der
Arbeitsgang ein auf ihn bezogenes Teilskontro und Übertrags-
buchungen von den Skontren der Stoffe und der Arbeit. Ob man,
wenn ein Werk mehrere Arbeitsgänge zu durchlaufen hat, die an-
teilige allgemeine Werkarbeit auf die einzelnen verteilen oder sie nur
in den Eingang des letzten Arbeitsganges schreiben will, hängt davon
ab, ob man den Wert des Teilwerkes genau erfassen will. Diese Er-
fassung ist von Belang, wenn Teilwerke und unvollendete Werke in
die Kapitalnachweisung aufzunehmen sind.
Systematische Übersicht der Werkskontren: (Die Arbeits-
gänge sind noch durch die Kennzeichnung des Werkauftrags, die sog.
Kommissionsnummern, zu ergänzen.)