und in den großen Städten geblieben sein. Immerhin
muß anerkannt werden, daß hier unter sachkundiger Füh-
rung ein ansehnlicher Erfolg erzielt worden ist.
Zu Maßnahmen im Sinne der Bodenreformer, wie ich
sie in einem in Frei Land 1891 Nr. 24 erschienenem Aufsatz
befürwortet hatte, den man auch in meinem Buch „Boden-
reform! Beiträge dazu aus zwei Jahrzehnten“*) findet,
hat sich Baron Hirsch, soviel mir bekannt geworden ist,
nicht entschlossen.
Sin neues Programm.
A® 14. Oktober 1893 hat die sechste Hauptversammlung
des Bundes stattgefunden. Am Abend vorher hat
Pastor Theodor Z 0 ll mann einen Vortrag über R € -
ligion und Sozial r e f o r m gehalten. Er hat darin
gesagt, daß der Sozialreform nicht sowohl ein religiöser
als ein sittlicher Gedanke zugrunde liege. Der Glaube,
daß es ideale Güter gäbe. Das alte Testament biete die
äußerst wichtige Wahrheit, daß keine Familie vom Grund
und Boden losgelöst werden dürfe. In der christlichen
Gemeinde der Urzeit breche sich sofort das streben nach
sozialer Reform Bahn: man wollte eine auskömmliche
Existenz für alle gewinnen. Ohne soziale Reformen ver-
liere die Kirche, die eine Kirche der elenden und bedrück-
ten sein solle, den Boden unter den Füßen.
Am folgendem Tag hat Justizrat Berg den Geschäft-
bericht erstattet. Der Rechtsbeistand des Rechtsschutzver-
bandes der Bergarbeiter im Saargebiet, Rechtsanwalt
Karl Heyder in Metz, hat einen Vortrag über den letzten
Bergarbeiter Aus stand gehalten. Professor J.
Fr. S ch är, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft
„Frei Land“, hielt einen Vortrag über die Bodenreform-
bewegung in der Schweiz.
*) Das Buch ist vergriffen. Eine neue Auflage ist aber vorbereitet.
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