Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

. Die populär-wissenschaftliche Darstellung 
Dienst der Wahrheit zu betätigen. Für eine streng-wissen- 
schaftliche Forscherarbeit fehlen häufig die notwendigen 
Mittel, und auch Zeit und Kräfte sind oft durch ander- 
weitige Berufsarbeiten so sehr in Anspruch genommen, daß 
man nicht an solche größere Unternehmen denken kann. 
In solchen Fällen bietet oft eine populär-wissenschaftliche 
Darstellung die beste Art geeigneter. wissenschaftlicher Be- 
schäftigung. Sie nötigt den einzelnen zu fortgesetztem 
eigenem Studium und reger geistiger Tätigkeit. Sie hebt 
ihn dabei über die Schwierigkeiten eines trockenen, ein- 
seitig rezeptiven Studiums hinweg durch die Freude und 
Anregung, welche für gewöhnlich mit dem eigenen pro- 
duktiven Schaffen verbunden ist. Sie gewährt ihm auch 
eine schöne Gelegenheit, für weite Kreise eine fruchtreiche 
Wirksamkeit im Dienst der Wahrheit zu entfalten. 
Diese und andere Gründe haben ganz allgemein für jede Art der 
populär-wissenschaftlichen Darstellung‘ Geltung. Für solche Fragen, die 
mehr in das Leben eingreifen und wegen ihrer größeren praktischen 
oder idealen Bedeutung in höherem Grade das Interesse weiter Kreise 
in Anspruch nehmen, haben derartige Arbeiten eine noch viel größere 
Tragweite. Es gilt dieses vorzüglich von den für das praktische Leben 
wichtigen Problemen, Fortschritten und Erfindungen auf dem Gebiet 
der Naturwissenschaften, von großen geschichtlichen Tatsachen und 
ganz besonders von der Erforschung und Aufklärung wichtiger religi- 
öser und religionsgeschichtlicher Fragen. 
Deshalb hat auch die populär -wissenschaftliche Darstellung für 
diejenigen Berufkreise, welche sich vornehmlich mit diesen Gebieten 
beschäftigen, eine ganz ausnehmende Bedeutung. Je mehr dabei jemand 
in seinen Beruf, wie es z. B. bei den Theologen der Fall ist, einerseits 
in langen und angestrengten vorbereitenden Studien sich mit den vielen 
wissenschaftlichen Fragen seines Gebietes vertraut machen kann und 
anderseits auf die Wirksamkeit für weite Kreise hingewiesen ist, desto 
mehr sollte er bemüht sein, soweit es Zeit und Mittel gestatten, seine 
Kräfte auch in dieser Art der wissenschaftlichen Arbeit im Dienste der 
höchsten Wahrheit zu betätigen. 
34. Anforderungen. Auch die populär-wissenschaft- 
liche Darstellung wird nur dann ihrer Aufgabe und Bedeu- 
tung gerecht werden, wenn sie den notwendigen Anforderun- 
gen entspricht, die man an sie zu stellen berechtigt ist. 
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