Die populär-wissenschaftliche Darstellung
zuerst näher ansehen müssen, um späteren Unannehmlich-
keiten. vorzubeugen.
2. Gründlicher und unabhängiger, als es in solchen
Artikeln geschehen kann, läßt sich eine Frage von irgend-
welcher größeren Bedeutung in einer selbständigen Schrift
behandeln. Wenn sie geschickt abgefaßt ist und seitens
des Verlegers die entsprechenden Mittel für die Verbreitung
angewendet werden, kann man auch auf diese Weise mit
seinem Wort bis in die weitesten Kreise dringen. Im all-
gemeinen wird diese zweite Art vor der ersten den Vor-
zug verdienen.
3. Dem Übelstand, daß derartige Einzelschriften in der
Masse der Tagesbroschüren leicht verschwinden und sich
für die Aufbewahrung weniger eignen, läßt sich häufig da-
durch vorbeugen, daß mehrere solche Schriften verwandten
Inhalts und gleicher Richtung zu einer größeren Sammlung
verbunden werden, von welcher die einzelnen Hefte in
zwangloser Folge selbständig erscheinen.
In neuerer Zeit sind derartige Sammlungen auf allen Gebieten
sehr beliebt geworden und haben meistens guten Erfolg. Von dem
neuesten populär-wissenschaftlichen Unternehmen dieser Art auf dem
Gebiete der Religionsgeschichte „Religionsgeschichtliche Volksbücher
für die deutsche christliche Gegenwart“ kamen laut einer Ankündigung
des Verlags in weniger als einem Jahre über 100.000 Hefte zur Ver-
sendung. Einer solch rührigen Tätigkeit gegenüber, die sich bei diesem
Unternehmen ganz in den Dienst der allermodernsten negativen Bibel-
kritik gestellt hat, sollte auch von positiver Seite viel mehr Wert auf
ähnliche Publikationen gelegt werden. Auf dem Gebiete der Bibel-
wissenschaften geschieht dies bereits durch die „Biblischen Zeit- und
Streitfragen“, die „Biblischen Zeitfragen“, die „Biblischen Volksbücher“
und andere Veröffentlichungen.
4, Bei größeren wissenschaftlichen Werken von allge-
meinerem Interesse kommt nicht selten noch eine andere
Art von volkstümlichen Veröffentlichungen zur Anwendung.
Der Verfasser veranstaltet von seinem gelehrten Werke selbst
eine sogenannte Volksausgabe, die für weitere Kreise be-
stimmt ist. und ohne gelehrten Apparat die Ergebnisse und
Beweisführungen der Forscherarbeit in gemeinverständlicher
Weise vorlegt. Es kann auch dieses ein geeignetes Mittel
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