Notwendigkeit und Bedeutung. Allgemeine Regeln 133
oder das alte zu vergleichen oder auch zu neuen Quellen
vorzudringen. i
4. Daraus wird auch schon die große Bedeutung der
Quellenkunde leicht klar. Man darf wohl behaupten, daß
das Maß des Erfolges einer wissenschaftlichen Untersuchung
zu einem großem Teile durch das Maß der Kenntnis der
Quellen und Hilfsmittel bedingt ist. Je vertrauter einer damit
ist, desto mehr vermag er aus dem vollen zu schöpfen
und desto allseitiger wird er die Ergebnisse seiner Arbeit
vorlegen und beweisen können.
45. Allgemeine Regeln. „Was im einzelnen Falle
als Quelle anzusehen ist“, bemerkt Bernheim mit Recht
„hängt von dem jeweiligen Forschungsobjekt, also von der
Thema- oder Fragestellung ab“!). Für ein ganzes Forschungsgebiet
oder gar für verschiedene, voneinander getrennte
Gebiete lassen sich deshalb die genauen Einzelanweisungen
für die Quellenkunde nicht geben. Wir können jedoch
wohl einige allgemeine Regeln ins Auge fassen, die den
Weg zur Auffindung der besonderen Quellen für unser
Thema leichter gangbar machen.
1. Man muß sich zunächst eine gute Kenntnis deı
für das eigene Arbeitsgebiet wichtigen größeren Quellensammlungen
und allgemeinen bibliographischen
Hilfsmittel verschaffen. Einige der wichtigeren
werden wir im Anhang anführen nebst den nötigen
Literaturangaben, die für weitere Studien hierüber dienlich
sein können.
Derartige Sammlungen und Hilfsmittel bilden gewissermaßen
das „Handwerkszeug“, auf das man sich in der
Werkstatt der Wissenschaft verstehen muß. Ebendeshalb
darf aber die Kenntnis desselben keine bloß theoretische sein.
Sie muß durch Übung und Gebrauch zu einer praktischen
Vertrautheit werden.
9. Man suche dann in möglichst umfassender Weise
zu allen erreichbaren Quellen auf dem eigenen
r ‘) E. Bernheim, Lehrbuch* 253.