142 Studium und Lektüre
katholischen Pädagogik 11 (Freiburg 1901) 486—501; Franc. Sacchini,
De ratione libros cum profectu legendi libeHus. Ingolstadii 1614; ders.,
De vitanda librorum moribus noxiorum lectione oratio (erschien als
Anhang zum vorigen); beide Schriften deutsch in: Bibliothek der
kath. Pädagogik 10 (Freiburg 1898) 157—205; „Ant. E. Schönbach,
Über Lesen und Bildung. "Graz 1905; Jos. Seybold, Tractatus de prü-
dentia et iurisprudentia (Oeniponti 1727) Pars 2 fund. 283 p. 34—43;
Charles de Smedt, Principes da la critique historique (Liege 1883)
73—82; Ignatius Weitenauer, De modo Jegendi et excerpendi libri
duo. Augustae Vind. 1775; Fr. Xav. Wetzel, Die Lektüre. *Ravens-
burg [1897].
47. Voraussetzungen. Um den Stoff für ein be-
stimmtes Thema sammeln zu können, muß man zuerst die
Quellen kennen, die dafür in Betracht kommen. Die Quellen-
kunde soll uns diese Kenntnis vermitteln.
Sie kann uns aber nur den Weg zeigen, den wir zu
gehen haben. Was die Quellen für unsere Arbeit uns
bieten werden, darüber sagt sie uns wenig oder gar nichts.
Die Antwort auf diese zweite Frage sollen wir uns selbst
durch ernstes Studium suchen.
Es wird sich empfehlen, zuvörderst uns an einige
notwendige Voraussetzungen für dieses Studium zu er-
innern, um dann einige Bemerkungen für die Praxis zu
beachten.
1. Vor allem muß als erste Voraussetzung das Haupt-
und Grundgesetz aller wissenschaftlichen Arbeit unver-
brüchlich festgehalten werden. Es lautet: Geh zur Quelle
selbst und begnüge dich nicht mit einem abge-
leiteten Rinnsal.
Mit vollstem Recht wird diese Forderung von den
Lehrern alter wie neuer Zeit erhoben und sie muß immer
wieder von neuem erhoben werden, weil sie leider von
nur zu vielen in neuer wie alter Zeit außer acht gelassen
wird. Die Gründe für ihre Berechtigung liegen auf der
Hand. Wem hätte nicht schon die eigene Erfahrung hun-
dertfältige Proben vom Mutwillen des Druckfehlerkobolds
geliefert? Es möchte fast scheinen, dass er es gerade auf
die Quellenangabe und die Verweise auf frühere Schriften
Le