Die Disposition des Stoffes: Notwendigkeit
Achtzehntes Kapitel
Die Disposition des Stoffes
Vgl. E. Bernheim, Lehrbuch der hist. Methode®* 781—5,
69. Notwendigkeit. Die Disposition bildet den Über-
gang von der Verarbeitung zur Darstellung des Stoffes. Sie
bringt jene zum Abschluß und bereitet diese vor. Man
kann sie daher auch als einen Teil der Darstellung selbst
betrachten, wie Bernheim es tut. Doch hat sie auch zum
Schluß des Abschnittes über die Verarbeitung des Stoffes
ihren berechtigten Platz.
Wir verstehen unter Disposition die dem Thema ent-
sprechende planmäßige Einteilung der ganzen Darstellung
und die zweckmäßige Verteilung des Stoffes auf ihre ein-
zelnen Abschnitte. Sie setzt deshalb einerseits klare Erfassung
des Themas voraus, das hier wie überall sich als maßge-
bend erweist; anderseits aber auch volle Beherrschung des
ganzen Stoffes, der für das Thema in Betracht kommt, ohne
daß damit auch schon jede Kleinigkeit in nebensächlichen
Dingen völlig bereit zu sein braucht. Bei der Sammlung,
Durcharbeitung und Sichtung dieses Stoffes muß beides er-
reicht sein, um mit Erfolg die Darstellung beginnen zu
können.
Außerdem muß man sich auch über den Plan und die
Anlage der Arbeit klar sein, wenigstens in ihren Haupt-
linien, Die Sichtung und Ordnung des Stoffes hat noch
nicht genügend dafür gesorgt. Wie der Baumeister seinen
Plan fertig haben muß, bevor er mit dem Fundamente be-
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