Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

2 Die Disposition des Stoffes 
ginnen kann, so muß auch bei der wissenschaftlichen Arbeit 
der Entwurf für die Anlage der ganzen Darstellung gemacht 
sein, ehe man mit der Ausführung des ersten Teiles den 
Anfang machen kann. 
Im Verlauf der Ausführung läßt sich dann die genauere 
Bestimmung des Planes für einzelne Teile nachtragen oder 
der eine oder andere Teil ändern und umstellen. Jeden- 
falls muß man sich aber auch hinsichtlich der Abschnitte 
und Unterabteilungen jedesmal vor Beginn der Ausführung 
über Plan und Anlage klar geworden sein. Wer ohne 
Steuer und Kompaß sein Schifflein treiben läßt, wird wohl 
kaum das Ziel der Fahrt erreichen. Ein blindes und ziel- 
loses Vertrauen auf die Einge! ung des Augenblickes macht 
das Gelingen der wissenschaftlichen Arbeit vom Zufall ab- 
hängig und entspricht nicht der. hohen Würde des Dienstes 
der Wahrheit. 
70, Eigenschaften. Die Disposition ist bei jeder 
einzelnen Arbeit so sehr vom Thema und von dem verfüg- 
baren Material abhängig, daß sich der einzelne Arbeiter 
seine Disposition notwendig selber machen muß. Eigenes 
Nachdenken unter genauer Berücksichtigung der Aufgabe 
und des Stoffes wird in der Regel schon jedem seinen 
Weg zeigen. Auch kann das Vorbild anderer bei der Be- 
arbeitung von ähnlichen Gegenständen manch nützlichen 
Fingerzeig geben. 
Immerhin lassen sich aber einige Eigenschaften einer 
guten Disposition im allgemeinen angeben. Wir können 
dazu rechnen: 1. Durchsichtigkeit. Notwendige Vor- 
aussetzung für die Erkenntnis der Wahrheit ist ja die Klar- 
heit und Übersichtlichkeit in der Darstellung des Stoffes; 
diese hängt aber größtenteils von einer klaren Einteilung 
und Disposition der Arbeit ab. 
2. Zielstrebigkeit. Das Geheimnis der übersicht- 
lichen Klarheit liegt vorzüglich in der Zielstrebigkeit. Wenn 
man selber genau weiß, was man will, und ‚überall bewußt 
dieses Ziel ins Auge faßt, wird man auch leicht die rechten 
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