Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

> Die Zitate 
meinen Forderung der genauen Anführung einer Quelle 
und es ist auch für den Leser durchaus nicht gleichgültig, 
ob er nur auf eine kurze Notiz oder auf eine ausführliche 
Behandlung von 50 oder 100 Seiten verwiesen wird. 
Die Angaben der Seiten oder Spalten brauchen in der Regel 
nicht durch ein vorgesetztes S. oder p. oder Sp. kenntlich gemacht zu 
werden, außer wenn es im Interesse der Deutlichkeit erforderlich ist. 
Dagegen müssen Kapitel, Nummern und Paragraphen durch ein vor- 
gesetztes K,(c. oder ch.), N. oder n. und $ bezeichnet werden. Ebenso 
wird bei Doppelspalten auf Seiten mit gleicher Seitenzahl die Spalte mit 
a oder b (zB. 259a, 259b) kenntlich gemacht. Wird der Text einer 
ganzen Seite durch Buchstaben in Abschnitte eingeteilt, so kann man 
auch diese beim Zitieren berücksichtigen. Bei Handschriften und Akten- 
stücken, bei denen nur die Blätter gezählt werden, wird die Vorder- 
seite mit 7 (== recto) und die Rückseite mit v (= verso) bezeichnet. 
Zu vermeiden ist für gewöhnlich die bequeme Weise, die Seiten 
durch bloße Nennung der Anfangsseite oder durch Hinzufügen von „ff“ 
anzugeben. Das einfache „f“ zur Bezeichung einer einzigen folgenden 
Seite ist natürlich zulässig, da es bestimmt genug den Umfang des Textes 
zu erkennen gibt. Ganz unzulässig ist aber zB. ein Zitat, wie man es 
bei H. von Soden in: Kurzes Bibelwörterbuch von H. Guthe (Tübingen 
1903) 264 s. v. „Heuschrecken“ findet: „Älteres über die Heuschrecken bei 
Oedmann, Sammlungen II 276 f und passim“. Zunächst ist die Angabe 
falsch, da es II 76 heißen muß; statt „f“ müßte wenigstens „ff“ stehen, 
da die 62 folgenden Seiten über den Gegenstand handeln; statt passim 
müßten die zwei einzigen Stellen, die sich noch bei Oedmann finden, 
angegeben werden. Richtig würde es also heißen müssen: „Samuel 
Oedmann, Sammlungen 2, 76—149; 3, 84—90; 6, 74-78“. Schon 
Georg Benedikt Winer war in dieser Hinsicht etwas genauer, obwohl 
er in seinem „biblischen Realwörterbuch“ noch mit „ff“ zitiert. 
Bei der Angabe des Titels würde durch Zuviel gefehlt werden, 
wenn man für ein einfaches Zitat ein vollständiges Faksimile des Titels 
bieten wollte, wie es zB. im „Bessarione“ 11 (1906—07) 153 mit Hesy- 
chius geschieht; ebenso wenn man bei häufiger angeführten Werken 
regelmäßig alle Bestimmungen und Angaben des Titels wiederholt, zB. 
wenn zu „A. Boeckh, Encyklopädie?“ regelmäßig beigefügt wird: „Ency- 
klopädie und Meihodologie der philosophischen Wissenschaften, heraus- 
gegeben von R. Klussmann 1886“, wie es teilweise auch von E. Bern- 
heim des öfteren geschieht. Durch Zuwenig wird hingegen die Akribie 
verletzt, wenn bei einem einmaligen Zitat selbst der Hauptiitel in ganz 
veränderter Form wiedergegeben wird. So findet man zB. in K, Baedeker, 
Palästina und Syrien® p. XCIV angeführt: „Hilderscheid, Das Klima 
Palästinas. ZDPV. XXV, 1902“ statt: „H. Hilderscheid, Die Nieder- 
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