Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Art und Weise des Zitierens I 
schlagsverhältnisse Palästinas in alter und neuer Zeit, in: ZDPV 25 
(1902) 1—105“. Zu wenig geschieht auch, wenn der Titel in einer 
unverständlichen Weise abgekürzt wird. Zwei klassische Beispiele bringt 
der schon früher erwähnte lesenswerte Artikel „Bibliothekserfahrungen“ 
in den Grenzboten 37 (1878, 1, 1) 258 f: „Man kann zB. ein sehr 
respektabler Philolog sein und doch durch Zitate wie ‚Cic. Arat.‘ oder 
‚Her. x. p. X.‘ — die Fälle sind nicht erfunden — in einige Verlegenheit 
geraten. Der Bibliothekar wird vielleicht nach einiger Zeit dahinter- 
kommen, daß das erstere sich auf die erhaltenen Fragmente von Ciceros 
Übersetzung der Sternerscheinungen (Phänomena) des Aratos, das 
letztere sich auf die Schrift des alexandrinischen Grammatikers Hero- 
dian zepi uovnipovc \eEewc beziehen soll“. 
Für die genaue Angabe des Titels sind die früher bei den Biblio- 
thekskatalogen besprochenen Regeln (p. 40—50) zu vergleichen. Da die 
Rücksicht auf die alphabetische Reihenfolge, welche für manche dieser 
Regeln maßgebend ist, bei den gewöhnlichen Zitaten nicht in Betracht 
kommt, können auch die bibliothekarischen Normen nur mit mancherlei 
Ausnahmen eine sinn- und sachgemäße Anwendung auf die Zitations- 
weise finden. 
6. Im Interesse der wissenschaftlichen Genauigkeit und 
Bestimmtheit sind Doppelverweisungen bei Zitaten 
möglichst zu vermeiden. Nur allzu oft wird die Geduld 
des Lesers durch ‚solche Verweise auf eine harte Probe 
gestellt. Eine kurze Angabe des Hauptitels würde in den 
meisten Fällen ebenso schnell und mit aller wünschens- 
werten Bestimmtheit direkt auf den zitierten Text führen. 
In gewissem Sinne gehört das oft gebrauchte und mißbrauchte 
„aa0.“ zu den Doppelverweisungen. Es wäre dringend zu wünschen, 
daß man mit demselben sparsamer umginge und es nur dort verwen- 
dete, wo seine Bedeutung durch den nächsten Zusammenhang ohne 
weiteres klar ist. Sonst soll man wenigstens, wenn man die Wieder- 
holung eines längeren Titels vermeiden will, dem Namen des Verfassers 
statt des „aaO.“ den Hinweis auf die Seite beifügen, wo der Titel zu 
finden ist: (oben S. 123, 5) (0. Stählin, Editionstechnik 421). 
Noch weniger zu billigen ist die eigentliche Doppelverweisung, 
wie sie von Ernst Bernheim in seinem Lehrbuch der historischen Me- 
thode häufig angewendet wird. Er verweist zB. S. 446 auf „H. Bloch 
in der oben S. 409 angeführten Rezension“; nach einigem Suchen 
findet man S. 409 im kleingedrucklen Text den Hinweis auf eine Note 
in den Göttingischen Gelehrten Anzeigen, ohne daß das Suchen durch 
Hervorheben des Autornamens erleichtert oder die Note als Teil der 
gemeinlen Rezension kenntlich gemacht wäre, Auf derselben Seite 446 
6!
	        
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