Die Anmerkungen
des Textes störend unterbrechen, sondern am Schluß eines inhaltlich
zusammengehörigen Absatzes eingefügt werden.
5. Die Frage, wie die Anmerkungen im Manuskript
niederzuschreiben sind, wird verschieden beantwortet.
Die Hauptsache ist eine klare und unzweideutige Bezeich-
nung derjenigen Teile, die als Anmerkungen oder im Klein-
druck. zu setzen sind. Es steht daher nichts im Wege, die
für den Kleindruck oder die Anmerkungen bestimmten Sätze
oder Seiten im fortlaufenden Zusammenhang und auf den
gleichen Blättern mit dem übrigen Text niederzuschreiben,
wenn nur durch die Angabe: „Petit“ oder „Anmerkung“
und einen senkrechten Strich am Rande der Charakter und
die Ausdehnung der entsprechenden Stelle des Manuskriptes
für den Setzer deutlich gemacht wird. Geschieht dies in
konsequenter Weise und wird es gleich zu Beginn des
Manuskriptes mit einer kurzen Bemerkung dem Setzer er-
klärt, so ist kaum eine Verwechslung oder Verwirrung bei
der Drucklegung zu befürchten.
Anderen scheint es besser, die Anmerkungen am Rande
oder auf ein besonderes Blatt zu schreiben oder sie am
Fuße der Seite anzubringen. Wenn die Hauptsache einer
klaren und deutlichen Kennzeichnung des Charakters des
Textes gewahrt bleibt, wird auf die Weise der Niederschrift
nicht so großes Gewicht zu legen sein.
. Adolf Harnack stellte in einem Vortrag im Verein Berliner Biblio-
thekare die folgenden „Zehn Gebote für Schriftsteller, die mit Anmer-
kungen umgehen“ auf (aus O0. Stählin, Editionstechnik 4192):
„1. Fasse deinen Text so, daß er auch ohne Anmerkungen ge-
lesen werden kann.
9, Vergiß nicht, daß es auch Parenthesen im Text gibt und Ex-
kurse am Schluß des Buches, die Anmerkungen ersetzen können.
3. Sei sparsam mit Anmerkungen und wisse, daß du deinen
Lesern Rechenschaft geben mußt über jede unnütze Anmerkung.
Betrachte die Anmerkungen nicht als Rumpelkammer, sondern als
Schatzhaus.
4. Halte dich nicht für zu vornehm, um Anmerkungen zu machen,
und wisse, daß keine Berühmtheit dir-die Beweise deiner Behauptungen
erspart.
MR