Berechnung des Manuskriptes 289
Von den älteren Textausgaben sind insbesondere die Veröffent-
lichungen der Väterwerke durch die französische Benediktinerkongre-
gation vom hl. Maurus (Mauriner) größtenteils mustergültig und zum
Teil noch heute unübertroffen. Vgl. Jules Doize, L’ oeuvre eErudite des
Benedictins de St.-Maur, A propos du deuxieme centenaire de Mabillon,
in: Etudes 114 (1908, 1) 94—115.
Von neueren Textausgaben sind vorzüglich die „Monumenta Ger-
maniae historica“ mit ihren fünf Abteilungen Scriptores, Leges, Diplo-
mata, Epistolae und Antiquitates, sowie die Veröffentlichungen der
„Historischen Kommission bei der kgl. Bayerischen Akademie der
Wissenschaften“ vorbildlich geworden. Auch die Bände des Wiener
„Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum“ und der Berliner Samm-
Jung der griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahr-
hunderte bieten manche mustergültige Ausgabe. Genannt sei nur die
von Otto Stählin besorgte Edition des Clemens Alexandrinus in der
Berliner Sammlung.
Vgl. auch E. Bernheim, Lehrbuch®* 259—70.,
84. Berechnung des Manuskriptes. Die Frage,
wie viel Seiten ein Manuskript im Druck ausmachen wird,
tritt an jeden Schriftsteller heran. Der Umfang läßt sich
auf verschiedene Weise leicht ermitteln.
1. Die einfachste Weise ist folgende. Man läßt von dem
Manuskript eine Probeseite in dem gewünschten Format und
Satz herstellen oder nimmt ein Buch in dem gleichen Format
und Satz und zählt die Silben in etwa fünf geschriebenen
und fünf gedruckten Zeilen. Die geschriebenen ergeben
zB. zusammen 104 Silben; im Durchschnitt hat also die
geschriebene Zeile 21 Silben. Die gedruckten 5 Zeilen ent-
halten 76 Silben: durchschnittlich kommen, also 15 Silben
auf die gedruckte Zeile. Sodann zählt man die Zeilen auf
einer geschriebenen und auf einer gedruckten Seite; es
seien auf jener beispielsweise 40, auf dieser 36 Zeilen,
Auf einer Seite des Manuskriptes stehen demnach 40X21 ==
840 Silben, auf einer gedruckten Seite 36 x 15 = 540 Silben.
Umfaßt nun das Manuskript zB. 100 Seiten, so würde die
Zahl der Silben 84.000 betragen. Teilt man diese Zahl
durch 540, so ergibt sich, daß das Manuskript etwa 155
Seiten im Druck ausmachen wird.
Fonck, Wissenschaftliches Arbeiten. 3, Aufl,
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