Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Seitenüberschriften 
bieten, so wird man die Erinnerung an diese selbstver- 
ständliche Forderung doch kaum als ganz unnötig bezeichnen 
können. Wie viele gelehrte Bücher bieten überhaupt gar 
keine Seitenüberschrift! Selbst Ernst Bernheim scheint die- 
selben in seinem sonst so brauchbaren Lehrbuch der hi- 
storischen Methode für überflüssig zu halten. Kaum besser 
als gar nichts ist eine durch das ganze Werk sich gleich 
bleibende wirklich „tote“ Überschrift. Was hat man denn 
schließlich davon, wenn Leo Meyer durch vier starke Bände 
hindurch auf jeder Seite wiederholen läßt: „Griechische 
Etymologie“ , oder wenn eine Zeitschrift durch den ganzen 
Jahrgang hindurch nichts anderes als „The Expository 
Times“ oben auf jeder Seite bietet? Auch 300 Seiten lang 
den Titel eines Hauptabschnittes wiederholen, ohne die 
Unterabteilungen anzudeuten, hat wenig praktischen Wert. 
Wenn man die Kolumnentitel gleich im Manuskript auf jeder 
Seite angibt, erscheinen sie schon wenigstens ungefähr richtig auf der 
Korrektur und können dann leicht zusammen mit dem gedruckten Text 
korrigiert werden. Wollte man sie hingegen erst auf den Korrektur- 
bogen anbringen, so würden leicht in diesem neugedruckten Seiten- 
überschriften noch Druckfehler stehen, während der Text schon druck- 
fertig wäre. Man müßte dann manchmal bloß der Kolumnentitel wegen 
eine weitere Revision verlangen (J. Overmans). 
3. Sicherlich wird es dem Leser sehr erwünscht sein, 
wenn er durch die Überschrift auf den Hauptinhalt der 
Seite kurz hingewiesen wird. Will der Autor ihm die 
Übersicht noch mehr erleichtern, so kann er auf der einen 
Seite (am besten auf der linken) in einer allgemeineren 
Überschrift den Abschnitt, das Kapitel oder den Paragraphen 
mit seinem Inhalt kurz angeben und auf der gegenüber- 
stehenden Seite den Inhalt des auf den beiden Seiten ent- 
haltenen Textes mit ein paar Worten bezeichnen oder auch 
bei jeder einzelnen Seite den Inhalt in eine kleine Über- 
schrift zusammenfassen. 
4. Bei Textausgaben hat man bei diesen Seitenüber- 
schriften vor allem auf die gebräuchliche Einteilung des 
Textes zu achten und diese am besten nach dem Anfang 
und Ende jeder Seite kurz anzugeben. Wie lästig der Ge- 
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