Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

24 Entwicklung der Seminare an den modernen Universitäten 
wurden mit großem Eifer gepflegt. So wird auch in der 
„Geschichte der Universität in Innsbruck“ von Jakob Probst 
dieser alten Seminarübungen, namentlich in der Philoso- 
phie und Theologie, ehrenvoll gedacht (p. 48—53). 
A. Ein großer Unterschied bestand allerdings noch immer 
zwischen diesen theologischen Seminarübungen und den 
verwandten Einrichtungen der anderen Fakultäten. Mit 
der regelmäßigen Aufnahme der Übungen in das vom Mi- 
nisterium für Kultus und Unterricht genehmigte Verzeichnis 
der Vorlesungen war zwar eine gewisse Approbation seitens 
der Unterrichtsverwaltung gegeben, die auch vom Herrn 
Minister mündlich wiederholt in anerkennender Weise aus- 
gesprochen wurde. Doch waren die Seminare bis vor we- 
nigen Jahren von der Unterrichtsbehörde nicht als formell 
bestehende Institute anerkannt und erhielten auch keinerlei 
Unterstützung seitens derselben. 
5. In dieser Beziehung hat die letzte Zeit einigen Fort- 
schritt gebracht. Zunächst wurde die Errichtung eines 
wissenschaftlich-theologischen Seminars an der theologischen 
Fakultät in Wien zu Beginn des Studienjahres 1899—1900 
genehmigt!) und nacheinander sieben selbständige Abteil- 
ungen desselben errichtet, nämlich ein alttestamentliches, 
neutestamentliches, kirchenhistorisches, apologetisches, mo- 
raltheologisches, kirchenrechtliches und pastoraltheologisches 
Seminar. Nachdem dann auch die Generalversammlung des 
österreichischen Episkopates zu Wien am 13. November 1901 
die Errichtung von wissenschaftlichen Seminaren an allen 
theologischen Fakultäten beschlossen hatte,?) wurde die von 
der theologischen Fakultät zu Innsbruck schon im J. 1902 
erbetene Anerkennung und Errichtung eines dogmatischen, 
biblisch-patristischen und kirchengeschichtlichen Seminars 
durch Erlaß des Ministeriums für Kultus und Unterricht 
vom 2. November 1904, Z. 31.687 gewährt. Außerdem 
1) Vgl. Beck- von Kelle, Die österr, Universitätsgesetze (Wien 1906) 
n. 317. 
; ?) Beck- von Kelle n. 608.
	        
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