; Einrichtung und äußere Hilfsmittel der Seminare
Für die alphabetische Reihenfolge werden die Diphthonge ä, ö
und ü (ae, oe und ue) am besten wie einfache Laute behandelt; aus-
genommen sind nur solche Wörter, in denen ae, oe oder ue nicht in
einen Doppellaut verschmelzen, sondern getrennt gesprochen werden
wie z. B. Aetius, Boethius, Huet,
15. Lehr- und Anschawungsmittel. 1. Von der
modernen Didaktik wird mit vollstem Recht auf die Ver-
wendung von Anschauungsmitteln im Unterricht großer
Wert gelegt. Der Hochschulunterricht darf auf dieses wich-
tige Lehrmittel am allerwenigsten verzichten. Denn zu dem
Gewinn, welchen die Benutzung desselben den Vorlesungen
in den meisten Gegenständen bringen wird, kommt noch
die nicht zu unterschätzende pädagogische Rücksicht auf
die große Zahl der Studierenden, welche sich an der Uni-
versität auf den Lehrberuf in den verschiedensten Unter-
richtsanstalten vorbereiten. Es ist für diese von großer
Bedeutung, wenn sie während ihrer akademischen Studien-
jahre die Verwendung und den mannigfachen praktischen
Nützen der Anschauungsmittel aus eigener Erfahrung kennen
gelernt haben.
9, Aus den gleichen Gründen beanspruchen diese An-
schauungsmittel auch ihren Platz unter den äußeren Hilfs-
mitteln des Seminars. Allerdings wird die unmittelbare
Verwendung für den seminaristischen Unterricht vielfach
weniger in Betracht kommen und es könnte fast den An-
schein haben, als wären diese Lehrmittel für den Zweck
des Seminars weniger entsprechend; denn sie setzen durch-
wegs ein ganz rezeplives Verhalten der Lernenden voraus,
während das Seminar vor allem zu produktiver Tätigkeit
anregen soll.
3. Die Schwierigkeit ist jedoch mehr eine scheinbare
als wirkliche. Denn zunächst werden schon die Seminar-
übungen bei vielen Gegenständen von den Anschauungs-
mitteln mit großem Nutzen Gebrauch machen können und
zum Teil ganz auf dieselben angewiesen sein. Sodann behält
aber ganz allgemein die erwähnte pädagogische Rücksicht
ihre Geltung auch für die Seminare, und für diese in ganz
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