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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
erster Linie kommen natürlich jene Hotels und Fremdenheime
in Betracht, mit denen man im „Gästeaustausch“‘ steht.
Es ist zum gern geübten Brauch geworden, sich zur Erlangung
wirkungsvoller Plakatentwürfe des Preisausschreibens zu be-
dienen. Der Gedanke ist an sich nicht schlecht. Handelt es sich
um einen Kurort, eine Fremdenverkehrsstadt, ein größeres
Landschaftsgebiet, so wird das Preisausschreiben für sie zum
Werber, zur Reklame, weil darüber in der Presse berichtet zu
werden pflegt. Und zwar wiederholt; zunächst über das Preis-
ausschreiben selbst, dann über sein Ergebnis. Insofern hat das
Preisausschreiben einen gewissen Wert und macht sich auch
bezahlt. Ein anderes Ding ist es mit dem eigentlichen Zweck
des Ausschreibens: Der Hoffnung auf etwas wirklich Außer-
gewöhnliches, etwas verblüffend Wirkungsvolles. Soweit ich in
Erfahrung bringen konnte, haben die Plakat-Preisausschreiben
in dieser Beziehung zuweilen Enttäuschungen gebracht. Das
Ergebnis entsprach nicht immer den Erwartungen; das sensa-
tionelle, noch nicht dagewesene Plakat blieb aus. Man überlege
sich deshalb, bevor man ein Preisausschreiben erläßt, ob die
Opfer an Geld, Zeit und Mühe auch dann nützlich angewandt
erscheinen, wenn unter den eingehenden Entwürfen keine sind,
die voll befriedigen.
Von großer Wichtigkeit und nicht immer beachtet ist die
Größe des fertigen Plakates. Wenn es in der Hauptsache dazu
bestimmt ist, in Hotels, Fremdenverkehrsbureaus, auf Schiffen
usw. zum Aushang zu kommen, dann müssen die Größen-
verhältnisse des Plakates den zur Verfügung stehenden Raum-
verhältnissen angepaßt werden. Je kleiner das Plakat ist, desto
größer ist die Unterbringungsmöglichkeit. Auch aus diesem
Grunde ist es wichtig, daß das Plakat auf Blickfang und
Augenblickswirkung eingestellt ist. Möglichst wenig Text und
dieser auch auf größere Entfernung hin gut lesbar. Die Leiter
internationaler Reisebureaus haben im letzten Jahr wiederholt
darüber geklagt, daß ihnen Plakate von unmöglichen Dimen-
sionen eingesandt würden. Ihre Unterbringung sei einfach
unmöglich, weil es so viele Wände nicht gäbe, um alles ein-
gehende Plakatmaterial gerecht zu verteilen. Man erinnere
sich dieser Klagen, wenn man ein neues Plakat schaffen will.
Das Motto muß in diesem Falle heißen: Klein aber fein! Plakate,
die wegen ihrer unhandlichen Größe nicht zum Aushang
kommen können, haben ihren Beruf gründlich verfehlt, ohne