siechen Krüppels sich etwas nach ihrer beschränkten Leistungsfähigteit
beschäftigen. Das Zahlenverhältnis dieser drei Gruppen ist ungefähr
das gleiche.
Bei der Berufsentscheidung des Krüppels ist dringend darauf zu
achten, daß er mit seinem erwählten Beruf späterhin seinen Platz in
der Welt findet und ihm nach erfolgter Gesellenprüfung geeignete
Arbeit möglichst durch die Krüppelheime vermittelt wird, sonst züchten
wir ein Krüppelproletariat groß, das die Zahl der Arbeitslosen nur
noch vermehrt.
Bei der Auswahl der beruflichen Fächer ist immer wieder zu
betonen, daß viele Krüppel ihrer Leiden wegen genötigt sind, dauernd
zu sißen. Man sieht daher die Korbmacherei, Korbmöbelwerkstatt, die
Stuhlflechterei, die Bürstenbinderei, die Schneiderei und die Schuh-
macherei als die eigentlichen Krüppelberufe an, zumal sie auch rentabel
sind und ein gutes Fortkommen ermöglichen. Als weitere Berufe
kommen in Frage: die Bandagenwerkstatt, die Schlosserei, die Fein-
mechanik, Tischlerei, Drechslerei, Anstreicherei, Buchbinderei, Buch-
druckerei, Holzschnitzen, Bildhauerei, Gärtnerei und Bürodienst.
Für die Mädchen kommen in Betracht: Schneidern, Weiß- und
Buntnähen, Stricken und Sticken (mit und ohne Maschine), Klöppeln.
Paramentik, Waschen und nicht zuletzt der Haushalt, evtl. auch Büro-
dienst, Maschinenschreiben usw. In vereinzelten Fällen können auch
begabte Mädchen für den Kindergärtnerinnenberuf herangebildet
werden.
Neben dieser technischen Ausbildung geht selbstverständlich auch
eine gründliche Ausbildung im Fortbildungsunterricht, der von tüch-
tigen Anstaltslehrern geleitet wird.
Während bisher nur von der berufsmäßigen Ausbildung der
Krüppel in den Lehrwerkstätten einer Anstalt die Rede war, muß an
dieser Stelle auch von der Möglichkeit der Berufsausbildung außerhalb
der Anstalt gesprochen werden, da bei der großen Zahl der auszubil-
denden Krüppel die vorhandenen Plätze in den einzelnen Anstalten
nicht ausreichen. Viele jugendliche Krüppel werden zunächst in geeig-
neten orthopädischen Kliniken behandelt und dann wieder entlassen.
Professor Dr. Brandes in Dortmund hat kürzlich eine interessante Sta-
tistik „Über das Arbeiten behandelter und schulentlassener Krüppel"
veröffentlicht. Danach haben in Dortmund von 358 aus der Klinik
entlassenen Krüppeln 63,1 Prozent jugendliche Krüppel Arbeit oder
Beschäftigung gefunden, 36,9 Prozent sind ohne Arbeit geblieben. Er
fordert ganz mit Recht, daß für diese Krüppel, für die nicht unerheb-
liche Aufwendungen zur Heilung oder Besserung ihres Krüppelleidens
gemacht worden sind, eine bevorzugte Arbeitsvermittlung gegenüber
den völlig Gesunden stattfinden müßte. Die zuständigen Krüppel
fürsorgestellen haben nicht nur die Pflicht, ihre Schutzbefohlenen
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