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DEUTSCHLAND. — Anhalt.
Verwaltung 71,913, Justiz 52,604, Inneres 93,085, Cultus 54,365,
Militär 53,511, Finanzen 848,626.
Dem Landtag des wiedervereinigten Herzogthums ist für 1865 ein
gemeinsamer Etat vorgelegt worden, mit folgenden Hauptresultaten ;
Einnahme: 1) Domanialverwaltung (hierunter von Gütern 464,750 Thlr.,
von Aeckern 75,600, von Wiesen 36,365, von den Forsten und Jagden 367,710,
von Gebäuden und gewerblichen Anlagen 42,755) 1’036,945. — 2) Steuerver
waltung 1'953,905, und zwar A. directe Abgaben 138,425, darunter alte Grund
abgaben 63,480, Rückzahlungen bei Ablösungen 3500, — sodann neue Grund-
und Gewerbesteuern resp. Einkommensteuer : a) Grundsteuern von Dessau-Cö-
then, b) Gewerbesteuern von Dessau-Cöthen, c) Kriegssteuern von Bernburg
sind ausser Ansatz geblieben), Concessionsabgaben 18,325, Gewerbesteuer
der Magdeburg-Leipziger und Berlin-Anhalter Eisenbahn 50,000, Entschädi
gung für Ausübung des Postrechts 3120. B. Indirecte Abgaben durch dieZoll-
direction 1’(139,000 (darunter llübenzuckersteuer 1’375,000, Herauszahlung
1’296,000, diesseitiger Antheil 79,000, incl. 37,775 Hebungskosten). Brannt
weinsteuer 125,000 (Herauszahlung 51,000, diesseitiger Antheil 74,000), Brau
malzsteuer 22,000 etc. Indirecte Abgaben durch die Kreissteuerämter 176,480.
— 3) von BergAverken und Hütten insgesammt 677,596, und zwar a) von den
Harzer Bergwerken rund 101,552, b) von der Eisenhütte zu Mägdesprung 70,065,
c) von der Eisengiesserei zu Bernburg 108,000, d) vom Salzbergwerke Leopolds
hall 367,474, e) Zehnt von Kohlenbergwerken 30,505. — 4) Sporteln 80,674.—
5) Stolgebühren (Dessau-Cöthen) 6450. — 6) Schulgelder (Dessau-Cöthen)
29,300, 7) Insgemein 5935 (darunter Prinzessinsteuern etc. 3960), zusammen
3’790,805 Thlr.
Ausgabe: 1) zum herzoglichen Hause 270,950 (nämlich a) an die herzogl.
Fideicommisscasse 259,000, b) an die Frau Herzogin Witwe zu Anhalt-Bern
burg 20,950). — 2) Allgemeine Staatsverwaltung 48,278 (Staatsministerium
11,550, Gesandtschaften 3873, Deutscher Bund 16,000, Landschaft 9520, Or-
denscasse 1200). — 3) Staatsschuldenverwaltung 185,100 (Verzinsung und Til-
{Tung der Staatsschulden für Dessau-Cöthen incl. Verwaltungsaufwand 119,800,
lür Bernburg 65,300. — 4) Justizverwaltung 119,550. — 5, Verwaltung des Innern
135,363, 6) Finanzverwaltung 2’237,156 (Centralverwaltung 56,090, Domanial-
aufwand 202,170, Steuerverwaltung 1’465,560), Berg- und Hüttenwesen 513,336.
— 7) Generalcommission 9775. — 8) Cultus und Unterricht 165,655. — 9) Mi
litär 166,710. — 10) Renten, Entschädigungen 12,182. — 11, Pensionen 146,385.
— 12) Bauwesen 370,344. — 13) Insgemein 2510. Zus. 3 869,958. — Sonach
Deficit 79,153 Thlr.
Schuld. Dieselbe betrug 1850 in Dessau 1’717,070, in Göthen
2’121,927, zus. 3’839,597 Thlr., im nächsten Jahre aber 5’107,327!
1800 war sie auf 4’858,99 2 herabgebracht. Activa werden zwar 2132,070
Thlr. aufgeführt, es waren aber dabei alle Effeeten zum Nominalwerthe
angesetzt und der Zinsertrag dieser Activen betrug nur 51,898 Thlr.*)
— Der Werth des Landesdomanial-Grundbesitzes wird übrigens zu 14
Mill. Thlr. angegeben. (Obwol der letzte Herzog von Göthen die Schul
den enorm vermehrte, musste er doch Schulden halber das Fürstenthum
Pless verkaufen.) — Die Schuld von Bernburg ward 1801 zu2’290,050
Thlr. angegeben, einschl. 500,000 Thlr. Papiergeld. Die Activa wur
den nominell zu 878,536 Thlr. berechnet.**) — In einer Aufstellung
*) Schon vor 1848 weigerte sich die Cöthen’sche Regierung, die von ihr
ausgestellten 3 % Schuldscheine zur Verfallzeit ul pari einzulösen. Man be
stimmte später eigenmächtig einen viel niedrigem Einlösungspreis !
**) Vor dem Ableben des letzten Herzogs von Bernburg hiess es, dass für
den Fall dieses Ablebens eine dem .Lande im höchsten Grade nachtheilige Ord
nung der Vermögensverhältnisse eingeleitet sei, wonach Domänen mit einem