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Kapitel X.
Reformvorschläge.
Die Wege zum Ziele.
An dem „Ideal“ Stephans, dem Inlandsporto als Auslands
porto oder dem Weltpennyporto im weiteren Sinne (vgl. S. III, 1),
müssen wir nach all dem Vor ansgegangenen festhalten. Es
wurde als internationales Pennyporto für Briefe auch von
Henniker Heaton empfohlen und für die britischen Kolonien
schon vor einem guten Jahrzehnt durchgesetzt. Joseph Michaelsen
trat schon 1859 für Abschaffung des Transitportos und der inter
nationalen Zuschläge zum Inlandsporto ein, und v. Herrfeldt, der
erste geistige Urheber eines wohldurchdachten Plans des Welt
postvereins, machte auch keinen Unterschied zwischen dem In-
und Auslandssatz. In Österreich aber hat schon vor langen
Zeiten ein solches intern-internationales Einheitsporto geherrscht.
Wie wir gesehen haben (S. 55), bestehen gegenwärtig
schon 26 Xachbarpostvereine, 11 Kolonialreichspostvereine und
16 überseeische Postvereine einander fremder Länder, und das
Gesamtgebiet aller dieser Staaten (110 Millionen qkm), die Post
vereine bilden, macht 96°/o vom Gesamtareal des Weltpostvereins
(114 Millionen qkm) aus und übertrifft dessen Einwohnerzahl
(1151 Millionen, Ende 1908 aber 1167 Millionen) um 14% (mit
1310 Millionen Menschen).
Und wie ich durch Berechnung genauer festgestellt habe
(vgl. S. 196), unterliegen heute schon gut 40 % aller Briefe aus
den Ländern des Weltpostvereins nach dem Auslande nicht
mehr dem hohen Weltporto von 25 Centimes, sondern dem
10 Centimes- oder Weltpennyporto. Nur ein ganz kleiner Teil
davon weist einen etwas höheren Tarif auf, der aber meist weit
billiger ist als der Auslandssatz.