Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

12 Zehntes Buch. Drittes Kapitel. 
Vorteile aufzugeben. Vornehmlich aber suchten sie Branden— 
burgs Ziele im Norden und Osten. Dem Kaiser Friedrich II. 
treu, fanden sie ihren Lohn in der kaiserlich lehnsherrlichen Be— 
gabung mit Pommern, und wenigstens für das Land Stargard 
und die Ukermark wußten sie dies schwache Anrecht in that— 
sächlichen Besitz zu wandeln. Nach Osten hin kam ihnen der 
Verfall des polnischen Reiches zu statten, sowie die Zersplitte⸗ 
rung der schlesischen Herrschaft in eine Fülle kleinerer, von 
Polen nur lose abhängiger Gebiete. Geschickt griffen sie in die 
persönlichen Aspirationen der slawischen Fürsten ein, die sich inner— 
halb dieser Wirren bewegten; das endliche Ergebnis war der Erwerb 
des Landes Lebus; nun reichten die Grenzen der Mark auf der 
ganzen Linie bis zur mittleren Oder. Und schon waren alle Be— 
dingungen zur Übertragung der märkischen Herrschaft auf das 
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mit dem Lande Sternberg, gegeben. Hier hatten Tempelherren 
und Johanniter, die schon Albrecht der Bär mit kluger Berech— 
nung ins Land gezogen, große Striche Landes deutscher Ein— 
wirkung unterworfen; sie erkannten jetzt die Landeshoheit der 
Markgrafen um so lieber an, je mehr sie von diesen gegen 
polnische Angriffe geschützt wurden. 
All diese Erwerbungen waren beigebracht bis zu den Jahren, 
da im kaiserlichen Deutschland die furchtbare Zeit des Interregnums 
anbrach. Ein reger Handel durchströmte schon die einzelnen Landes⸗ 
teile der Mark; Spandau, Berlin-Köln, Frankfurt a. O. und 
Landsberg a. W. waren begründet worden. Das Land war 
jetzt nicht bloß das größte Fürstentum deutschen Charakters auf 
deutsch⸗-slawischem Boden, es war eines der größten Territorien 
im Reiche überhaupt. Weit über das Doppelte des einstigen Terri⸗— 
torialbesitzes hinaus war es vergrößert, seine Lehnsansprüche 
umfaßten Pommern und Meclenburg, von der Meißner Mark 
waren die Gegenden auf dem rechten Elbufer bald gewonnen, 
auf dem linken gerieten wenigstens bedeutsame Stücke in Pfand⸗ 
besitz; späterhin konnten auch die beiden Lausitzen dauernd er— 
worben scheinen!. Die Kerngebiete aber erstreckten sich über 
Die meißnische Niederlausitz kam 1808 durch Kauf an Brandenburg.
	        
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