Full text: Forstwirtschafts-Politik

Holzeinfuhr. 131 
von 700 000 ha Wald selber an hohen Rundholzpreisen außerordentlich interessiert, da 
die Staatsforsten und Güter jährlich 60 Millionen Kronen Überschuß abwerfen:).“ 
Ö ster r e i ch wird etwa dauernd 2 Millionen Kubikmeter Nutzholz mehr produzieren, 
als es verbraucht. Seine Hauptabsatzgebiete sind das Deutsche Reich und Italien. 
Polen, neben den beiden genannten Staaten der nächstangrenzende Haupt- 
lieferant, hat 9,1 Millionen Hektar Wald und führte in den Jahren 1921. bis 1924 
durchschnittlich jährlich etwa 3 Millionen Festmeter aus. 
Unser Hauptholzlieferant in der Vorkriegszeit, Rußland, ist zur Zeit ein 
sehr unsicherer Faktor im internationalen Holzhandel. Das neue Reich, d. h. die 
U. d. S. S. R., und zwar nur der europäische Teil, hat 128 Millionen Hektar Nutzwald. 
Sein Eigenbedarf an Holz ist zur Zeit sehr groß. Der Außenhandel ist in Rußland 
Staatsmonopol. Daneben sind einige größere Konzessionen auf Waldausnutzungen erteilt, 
sogenannte Holz-Truste, an denen der russische Holz-Trust „Seweroles“ mit 51 /, Kapital 
beteiligt ist; es bestehen der Dwinoles mit hälftig englischem Kapital, der Russangloles 
(russisch-englisch), der Rußgollandoles (russisch-holländisch) und Rußnorwegoles (russisch- 
norwegisch) Holz-Trust. Dem Volkskommissar für Außenhandel sind besondere Handels- 
vertretungen im Auslande unterstellt, die die Exportoperationen auszuführen haben. 
Daß dieses geschlossene staatliche Monopol den üblichen Handelskenntnissen und Gebräuchen 
der Cinzelunternehmer der Staaten mit anderer Wirtschaftsverfassung sehr schwerfällig 
gegenübersteht, ist verschiedentlich betont worden. R u ß l an d, das im Jahre 1912 
16 Millionen Festmeter Holz exportierte, hat seinen Export 1922 auf 0,6 Millionen Fest- 
meter, 1923 auf 1,5 Millionen Festmeter, 1924 auf 3 Millionen Festmeter gebracht. 
Als im Jahre 1925 Rußland unerwartet mit größeren Mengen auf den internationalen 
Holzmarkt trat, hat es mit dieser Menge den ganzen internationalen Holzmarkt, der seinen 
Brennpunkt im Hauptbedarfsland Großbritannien hatte, erschüttert und die skandinavischen 
Länder so weit einander nähergebracht, daß sie durch gegenseitige Vereinbarungen sich vor 
solchen Krisen künftig zu schützen gedenken. Jedenfalls sucht Rußland durch Holzexport 
zur Zeit seine Finanzlage zu verbessern. 
Die Einfuhr von Brennholz usw. und Holzkohlen usw. 
Die Einfuhr von Brennholz, Zapfen von Nadelhölzern, 
Gerblohe, Lohkuchen (Position 87 des st at. W. V.). Es wurden 
eingeführt: 
JTahr in Tonnen in k m Rohholz 
1913 70 309 140 600 
1920 18 185 36 400 
1922 70 789 141 600 
1923 120 916 241 800 
1924 172 962 345 900 
1925 216 010 432 000 
Die Hauptlieferanten waren 1925: 
Tschechoslowakei mit 110 984 t (222 000 km Rohholz) 
Österreich mit 40 848 t ( 82 000 km Rohholz) 
Die Einfuhr von Holzkohlen und Holzkohlenbriketts 
(Position 88 des st a t. W. V.). Es wurden eingeführt: 
1) „Aus der tschechoslowakischen Forstwirtschaft“, Der deutsche Forstwirt, 1925, Nr. 122. 
Q
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.