Full text: Forstwirtschafts-Politik

35 Natürliche Bedingtheit. 
Natürliche Grundlagen der Forsstwirtschaft 
(Rohholzgewinnungg). 
In diesem Kapitel soll der Vorrat an Wäldern in D eut sch l a n d selbst und in den 
für die deutsche Forst- und Holzwirtschaft in Betracht kommenden Holzexportländern 
Europas und der Er de kurz dargestelltt werden, und zwar follen 
die Wälder der Erde, 
die Wälder Europas und 
die Wälder Deutschlands 
betrachtet werden. 
Die Wälder der Erde!). 
Verbreitung und Holzarten. 
Klimatische Bedingungen der Waldverbreitung. 
Die Existenz der Wälder ist von dem Vorhandensein eines gewissen Maßes von 
Wärme und Niedersclägen während der sogenannten Vegetations- 
periode abhängig. Die Vegetationsperiode ist nach Breitegraden ganz verschieden. 
Während sie in den Tr o p en sozusagen un en d lich ist, faßt sie in den pol ar en 
Waldgebieten nur zwei bis drei Monate. In unser en Breiten dauert sie je nach 
Holzart vier bis sieben Monate. Aus dem verschiedenen Maß der W är me und der 
Niedersch läge, die den einzelnen Gebieten der Erde eigen sind, und aus der 
verschiedenen A r t und dem verschiedenen Zu stand d es Bodens ergibt sich die 
Verteilung der verschiedenen Waldarten über die Erde. 
Auf beiden Halbkugeln gibt es eine polare Waldgrenze und gleicherweise 
eine Höh eng r enz e in den Gebirgen. Da auch die extrem trockenen Steppen 
und Wüst eng e bi et e der Subtropen vom Waldwuchs ausgeschlossen sind, kann man 
auch von einer Tro ck en g r en z e des Waldes sprechen. Nicht der ganze Raum 
zwischen der n ör d li ch en Waldgrenze und den Südenden der Fesstländer ist für 
die Waldbildung geeignet. Vielmehr bilden die beiden su b tro pi schen Trocken- 
gebiete in ihm zwei breite Gürtel waldlosen oder äußerst wald armen 
Landes. Nicht nur die eigentlichen Wüstenländer, sondern auch die an ihren Rändern 
sich erstreckenden Grasgebiete dr S av ann en, der Pr ärien und Pampas 
kann man als waldlose Bezirke bezeichnen. 
Man kann also drei Waldgürtel auf der Erde voneinander unterscheiden: 
einen nördlichen, einen tr o pi \ < en und einen (verhältnismäßig schmalen) 
s ü d l i h e n Waldgürtel. 
Die Gesamtfläche aller drei Waldgürtel beträgt nah Reinhard?) 
schätzungsweise etwa 42 Millionen Quadratkilometer, d. h. fast 30 !/> des gesamten 
Festlandes (unter Nichtberückssichtigung des südlichen Polarkontinentes). Davon entfallen 
etwa 15 Millionen Quadratkilometer auf den nördlichen Waldgürtel und 25 Millionen 
Quadratkilometer auf den tropischen Waldgürtel. 
1) Zum Teil im Anschluß an Reinh ar d „Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde“, 
Breslau, 2. Aufl., 1921, S. 25 bis 33. 
?) Reinhard. I]. c.. S. 26.
	        
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