Full text: Forstwirtschafts-Politik

Berufsverbände des Holzhandels und der Holzindustrie. 
führern eine große Zahl von Holzarbeitern sind, z. B. der ehemalige Reichswehrminister 
Noske, der württembergische Arbeitsminister Leipart, der Vorsitzende des Allgemeinen 
deutschen Gewerkschaftsbundes Legien, der Vorsitzende der christlichen Gewerkschaft in 
Deutschland Stegerwald u. a. Daß eine so geartete Arbeiterschaft auch zu den Verhandlungen 
mit den Unternehmern die geeigneten Leute aufbringen kann, ist nach dem vorher Gesagten 
verständlich. . . . Aus diesen BVerhältnissen ist es zu erklären, daß uns auf Arbeiterseite 
starke und organisierte Gewerkschaften entgegentreten!).“ 
Die beiden wichtigsten Holzarbeiterverbände sind: der freigewerkschaftliche „D e u t \ ch e 
Holzarbeiter-Verb and“ und der „Zentralverband < ristlicher 
Holzarbeiter Deutschlands“. Von geringerer Bedeutung ist der „Hir sch - 
Dunckers he Gewerkverein der Holzarbeiter Deutschlands“. 
Arbeilgeberverbände. 
Im Gegensatze zu den Arbeitern hatten die Arbeitgeber der Holzindustrie bei ihren 
Organisationsbestrebungen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. „Die Holzindustrie 
zerfällt in Hunderttausende von Klein- und Mittelbetrieben nur geringer Kapitalmacht, die 
teilweise auch stark mit Kredit arbeiten. Die wenigen Großbetriebe sind die schärfsten 
Feinde der kleineren Betriebe und werden von diesen auf das schärfste bekämpft. Die 
Konkurrenz auch unter den Kleinbetrieben ist ungeheuer. Der Arbeitgeber sieht in dem 
anderen Arbeitgeber nur den Konkurrenten, nicht den Kollegen, mit dem er gleiche Interessen 
zu vertreten hat, und ein Streik in einem Betriebe erregt Freude beim anderen Arbeit- 
geber und wird zum eigenen Vorteil ausgenutzt?).“ — Diese Umstände machen es erklärlich, 
daß sich die Arbeitgeber-Organisationen im Verhältnis zu den starken und gut organisierten 
Holzarbeiter-Verbänden zunächst viel schwächer entwickelten und eine starke Zersplitterung 
aufwiesen. Diese Zersplitterung zeigt sich heute noch häufig bei den Arbeitgeber-Verbänden 
des Holzhandels und der Holzindustrie. Bei den Verbänden der Holzveredlungsindustrie 
dagegen wurde sie durch die Gründung eines alle Verbände umfassenden Spitzenverbandes 
überwunden. 
Die Arbeitgeberverbände in der Säge-Industrie 
und im Holzhandel 
haben zur Zeit noch keinen sie alle umfassenden Reichs-Spitzenverband, die Mehrzahl der 
Verbände hat sich indes der „Vereinigung deutscher Arbeitgeber- 
v e r b än d e“ angeschlossen. – Über den Aufbau der Arbeitgeberverbände in der Säge- 
Industrie und im Holzhandel vergleiche Tafel Il des Anhangs. 
Die Arbeitgeberverbände in der holzverarbeitenden Industrie 
und im Holzgewerbe 
sind zusammengeschlosssen in dem „Arbeitgeberverband der deut sch en 
Holzindustrie und des Holz gewerb es“, dessen Aufbau auf Tafel Il des 
Anhangs zu ersehen ist. 
Di ') Dr. Lilli Neumann, „Die Tarifverträge in der deutschen Holzindustrie“, Altona- 
tensen 1920, S. 23/24. 
?) Vr. Lilti Neumann, |I. c., S. 24 f.
	        
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