1891 bis 1900 446 000
1901 „ 1910 8795 000
1911 ,, 1920 5736000
Die Beteiligung der einzelnen Nationalitäten an der Einwanderung
war in den verschiedenen Zeitepochen eine sehr verschiedene. Die
Einwanderung aus Deutschland erreichte in den Jahren zwischen
1840 und 1850 zeitweilig fast eine Hälfte der Gesamteinwanderung
und hielt im ganzen bis gegen 1890 Schritt mit dem Anwachsen der
Gesamtziffer, die sich damals fast ausschliesslich aus Briten,
Deutschen, Iren und Skandinaviern, also aus nordischen Völkern
zusammensetzte. Diese sind heute — um dieses vorweg {iest-
zuhalten — die soziale Oberschicht im Lande, auch unter der Ar-
beiterschaft, hauptsächlich das grossbritannisch-deutsche, „indu-
strietüchtige‘“ Element, etwas weniger die Iren und Schweden, von
denen die ersteren einen grossen Teil der Hausbediensteten und
wohl die Mehrzahl der Schutzleute stellen, während die Schweden,
sogar in zweiter und späterer Generation, vielfach ärmere Farmer
und Landarbeiter sind und wie die östlichen Einwanderer auch in
den Ölraffinerien usw. arbeiten. Während das britische Element
auch die politische Führerschaifit stellt, findet man in leitenden
Stellungen aller Art in Industrie und Wirtschaft und unter den er-
folgreichen Farmern auch eine ihrer Gesamtzahl im Lande durch-
aus entsprechende Anzahl Deutsche. Wo man auch hinkommt,
sind sie unter den geachteten Bürgern des Landes vertreten und
leisten Tüchtiges in Industrie und Landwirtschaft. (S. Karte S. 123.)
Von 1890 an ging die Zahl der Einwanderer aus den genannten
Ländern stark zurück und mit ihr zunächst die Einwanderung
überhaupt. Dann setzte in den späteren 90er Jahren eine starke
Finwanderung ein, die zwischen 1901 und 1910 zu der mächtigen
Ziffer von 8 795 000 anschwoll. Die neue Einwandererwelle aber
war anderer Art. Sie brachte neben der nunmehr sehr verminderten
nordisch-germanischen Einwanderung den grossen Zustrom aus
dem südlichen und östlichen Europa, und fast der ganze ameri-
kanische Volksbestandteil an diesen Nationalitäten stammt aus den
letzten Jahrzehnten. Oft bringen sie mit sich eine sehr geringe
oder gar keine Schulbildung. Sie haben neben den Negern mit
22,9 Prozent die grösste Zahl der Analphabeten, nämlich 13,1 Pro-
zent. Natürlich ist auch ihre Beschäftigung zumeist untergeordneter
und unqualifizierter Art. Die 135 493 industriellen und landwirt-
schaftlichen Tagelöhner, die im Jahre 1924 ins Land einwanderten,
sind nicht zuletzt aus ihren Reihen, desgleichen viele von dem im
gleichen Jahre eingewanderten Dienstpersonal von 51680 Personen.
Auch wenn sie in der zweiten Generation nicht mehr zu den An-
alphabeten zählen, steigen sie doch nicht allzuoft in die Schicht der
qualifizierten Arbeiterschaft auf.
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