fullscreen: Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE ANZEIGE AUF DEM GASTGEWERBLICHEN ARBEITSMARKT 125 
das Hotel- und Gastgewerbe, mit seinem internationalen, die 
Völker verbindenden Charakter, mit seinen vielseitigen Sonder- 
heiten und wichtigen Belangen, die sich niemals in eine Scha- 
blone zwingen lassen werden, vielleicht mehr als irgendeine 
andere Berufsgruppe Interesse an der Erhaltung einer gewissen 
individuellen Bewegungsfreiheit bei der Stellenbesetzung hat. 
Auch die Arbeitnehmer sind daran in gleichem Maße lebhaft 
interessiert. Deshalb hat es ein sehr großes Interesse daran, 
daß die Arbeitsmarkt-Anzeige ausgebaut und immer mehr 
vervollkommnet wird. Aus diesem Grunde muß das Hotel- und 
Gastgewerbe auch seinen Teil dazu beitragen, daß die erwähn- 
ten, vielfach berechtigten Klagen aus den Kreisen der Arbeit- 
nehmer verstummen und gegenstandslos werden. Ich meine 
jene Klagen über die zuweilen etwas rücksichtslose Behandlung 
von Chiffreofferten durch die Aufgeber solcher Anzeigen. Es 
liegt im allseitigen Interesse, daß namentlich Chiffreofferten, 
bei denen der Stellenbewerber völlig im Dunkeln tappt, beson- 
ders sorgfältig, gewissenhaft und schnell erledigt werden. Nur 
dann wird man jene Wünsche zum Schweigen bringen können, 
die zunächst die Chiffre-Anzeigen durch ein gesetzliches Verbot 
beseitigt sehen möchten, um dann den Hauptschlag gegen die 
Stellenangebots- und Stellengesuchs-Anzeige überhaupt zu 
führen, Man sollte es sich zur Regel machen, Chiffre-Anzeigen 
zu vermeiden oder sie nur dann zu wählen, wenn ganz zwin- 
gende Gründe vorliegen. 
Nun will ich mich mit dieser Anzeige selbst und ihrer Form 
beschäftigen. Dadurch hoffe ich den Anstoß zu geben, daß man 
in den Kreisen der Hoteliers und Gastwirte sowie ihrer Ange- 
stellten einmal über dieses gar nicht so unwichtige Thema 
nachdenkt, und daß man mithilft, der Anzeige auf dem 
Stellenmarkt jenen hohen Grad der Vollkommenheit zu geben, 
der sie gefeit macht gegen jeden versteckten und offenen 
Angriff. 
Um meinen Ausführungen den rein theoretischen Charakter 
zu nehmen, gebe ich eine größere Anzahl Musterbeispiele aus 
der Praxis wieder. Und zwar hauptsächlich Muster, wie die 
Anzeige sein soll, aber auch ein paar „Muster“, wie sie nicht 
sein sollte. Die Beispiele stammen in der großen Mehrzahl aus 
zwei Berufen, deren Angehörige es am besten wissen müssen, 
wie man eine Anzeige sowohl textlich als auch rein typo- 
graphisch so ausgestaltet, daß sie ihren Zweck nach jeder
	        
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