Object: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

— 57 — 
maschinen resultiert« x ). Und die gesamte Koksproduktion in We, 
falen ergibt eine mit dem Gasüberschuss zu erzielende Leistun 
von etwa iooooo P.S. 2 ). 
Nun hat man gewiss keine Hochöfen gebaut, um ihre Abgase 
in Gasmotoren auszunutzen. Was die Werke veranlasste, sich 
Hochöfen anzugliedern, was also die sog. vertikale Konzentration 
der Industrie hervorrief, ist in den verschiedensten technischen 
und wirtschaftlichen Momenten begründet, wie es Hans Gideon 
Heymann in seinem Buche über die gemischten Werke im deut 
schen Grosseisengewerbe so trefflich dargestellt hat und worauf 
hier verwiesen wird. Aber dem, der da Hoch- und Koksöfen 
hatte, ergaben sich in den sonst in die Luft gehenden Abgasen 
wichtige Kraftquellen, deren Grösse eben angedeutet ist. Die Um 
setzung von Gas in Kraft braucht jedoch nicht notwendig in einer 
Betriebs- oder Unternehmungskombination vor sich zu gehen, ob 
wohl dies besonders vorteilhaft ist und den Anlass zur Verwirk 
lichunggegeben hat. Sie kann auch derart geschehen, dass die »wohl 
feile Betriebskraft« der Abgase in Gasmotoren in Zentralkraftstellen 
ausgenutzt wird, die zur Erzeugung von Elektrizität verwendet 
werden 3 ). Hierin hat man grosse Fortschritte gemacht und ist 
zu einer planmässigen Ausnutzung der Maschinen gelangt 4 ). 
So kann man wohl sagen: zu Anfang vorigen Jahrhunderts re 
volutionierte der Dampf, am Ende die Elektrizität den Bergbau. 
»Für den Bergbau eignet sich die Elektrizität als Kraftüber 
tragungsmittel besonders deshalb, weil sie den örtlichen Verhält 
nissen leicht angepasst werden kann 5 ).« Nun erfordert Strom 
von hoher Spannung, der nötig ist, allerdings Vorsicht, da durch 
Berühren der Drähte Unfälle stattfinden, ausserdem ist bei unter 
irdischer Verwendung von Elektrizität Explosionsmöglichkeit vor 
handen. »Allein die Elektrotechnik bietet genügend Mittel, alle 
diese Gefahrenquellen unschädlich zu machen« °). 
In Amerika finden wir schon 1891 Elektrizität beim Bohren, 
Schrämen, zur Förderung und Wasserhaltung und bei unterirdi- 
1) Berg- und Hüttenm. Ztg. 1900. 431. 
2) Gl.A. 1901. 905: Goetze, Anwendung der Elektrizität im Bergbau. Auch Fest 
gabe VIII. Allg. deutschen Bergmannstag. 100 f. 
3) Gl.A. 1903. 487. 
4) Gl.A. 1901. 905. Goetze, 1. c. 
5) Gl.A. 1898. 90. Vogel, Die Elektrizität im Bergbau und Hüttenbetrieb. 
6) Friedemann, Die Verwendung der Elektrizität beim Bergbau, im besonderen 
in Schlagwettergruben. Sächsische Zeitschrift 1897. IO f.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.