Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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ausgelesenen  Berge,  Beschaffung  aller  Materialien,  Beleuchtung
u.  s.  w.,  sowie  einschl.  des  Schmierens  der  Förderwagen  16,4  Pf.
auf  die  Tonne  Kohlen,  welche  Kosten  mit  zunehmender  Förderung ­
  sich  selbstverständlich  noch  wesentlich  ermässigen  werden,
da  das  Personal  hierbei  nicht  vermehrt  zu  werden  braucht«.  Im
Saargebiete  *)  zwang  die  Konkurrenz  neben  der  mechanischen
Aufbereitung  durch  Rätter  noch  zu  einer  weiteren  Veredelung
durch  Wascharbeit.
Im  Ruhrbezirke  1  2  3 )  führte  auch  in  dieser  Beziehung  die  Eisenbahn ­
  eine  Aenderung  herbei:  jetzt  machte  die  Fracht  es  rentabel,
möglichst  reine  Kohle  ohne  Ballast  zu  liefern.  So  finden  wir
2  Jahre  nach  Erbauung  der  Cöln-Mindener  Bahn,  also  1849,  die
erste  Wäsche.  Sie  hatte  geringen  Erfolg.  Aber  trotz  technischer
Schwierigkeiten  und  trotz  der  Vorurteile  der  Bergwerksbesitzer
breiteten  sich  1860  bis  1870  diese  Anlagen  allmählich  aus.  1870
bis  1880  schwanden  die  Hemmungen,  und  so  wurden  die  Aufbereitungsanlagen ­
  immer  zahlreicher  und  vollkommener,  besonders
da  auch  die  Ansprüche  der  Konsumenten  an  Reinheit  der  Kohle
stiegen.  Wie  weit  heute  die  Spezialisation  der  auf  Lesebändern
von  Bergen  gereinigten,  gewaschenen  und  automatisch  in  den
grossen  Zentralaufbereitungsanstalten  nach  Korngrössen  sortierten
Kohlensorten  geht,  kann  der  Leser  erfahren,  wenn  er  einmal  ein
Preisverzeichnis  zur  Hand  nimmt.  Bei  den  vom  Rheinisch-Westfälischen ­
  Kohlensyndikat  jeweilig  festgesetzten  sog.  »Richtpreisen«
werden  6  Kohlensorten:  Fettkohlen,  Gas-  und  Gasflatnmkohlen,
Esskohlen  (östliches  Revier),  Magerkohlen  (östliches  Revier),  Esskohlen ­
  (westliches  Revier),  halbmagere  Kohlen,  Magerkohlen  unterschieden, ­
  von  denen  jede  wieder  20  Unterabteilungen  im  Durchschnitt ­
  enthält  8 ).
Es  sei  noch  erwähnt,  dass  in  England  die  Kohlenaufbereitung
eine  relativ  untergeordnete  Rolle  spielt  wegen  der  hohen  Reinheit
der  dortigen  Kohle.  Wenn  Kohlenseparation  stattfindet,  so  ist  es
in  der  Regel  die  trockene  4  * ).

1)  Retny,  Die  Kohlenaufbereitung  und  Verkokung  im  Saargebiete.  Preuss.  Zeitschr.
1S90.  B.  101  f.
2)  Jungeboldt,  Kohlenseparation  und  -Wäsche  im  O.B.B.  Dortmund.  Preuss.
Zeitschr.  1902.  584.
3)  Vgl.  die  Tabelle  in  den  »Kontradiktorischen  Verhandlungen«  Bd,  I.  282.
4)  Kubale,  Mitteilungen  aus  dem  Bergbaubetrieb  Englands  und  Schottlands.
Preuss.  Zeitschr.  1901.  B.  43  f.
            
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