Bei den Fahrstühlen ist es nicht nur die grössere Länge (Höhe)
des Weges im Gegensatz zu unseren Verhältnissen, die das
schnellere Tempo ermöglicht, es fährt auch der Fahrstuhl, der in
jeder Etage hält, im allgemeinen etwas rascher, als das bei uns
üblich ist. Der Unterschied ist im besonderen bei den Lastenfahr-
stühlen ganz augenfällig. Bei uns gilt es — mit Ausnahme des
Bergbaues — als eine Art Grundsatz, dass der Lastenfahrstuhl im
Gegensatz zum Personenfahrstuhl sich langsamer zu bewegen
habe. Demgegenüber sahen wir in Amerika, dass die Lastenfahr-
stühle sich im Tempo von den Personenfahrstühlen kaum unter-
schieden. Bei der Lastenbeförderung im Wolkenkratzerbau ist es so-
gar eher so, dass das Tempo schneller ist als beim Personenfahr-
stuhl. Die in primitiver Holzkonstruktion gleitende Fahrstuhlplatte,
die das Material beim Bau der dreissig- und vierzigstöckigen
Häuser nach oben schafft, hat ein Tempo, das dasjenige der
Expressfahrstühle in den grossen Bürohäusern und Hotels er-
reicht, mitunter sogar übertrifft.
Nach dem gleichen Prinzip arbeiten alle Hebevorrichtungen. Wir
sahen und beobachteten das Tempo der Ladebäume (nach diesem
einfachen Konstruktionsgedanken sind in Amerika viele Krane ge-
baut) auf den Bauten und die Hebe- und Transportvorrichtungen in
der Industrie. Überall, wo das Drahtseil als Bewegungsmittel in
Benutzung ist, wird eine beachtliche Geschwindigkeit eingehalten.
Zum Teil ist naturgemäss die Möglichkeit der schnelleren Be-
wegung aus dem längeren Transportweg (Höhe) zu erklären.
Selbstverständlich gibt es in den Vereinigten Staaten auch
Maschinen, an denen dem Beschäftigten keine Zeit zur Arbeits-
bereitschaft und kaum Gelegenheit zum Aufatmen gegeben ist.
Aber haben wir die gleichen Methoden bei uns nicht ebenfalls? Die
Maschine neigt in der privatkapitalistischen Wirtschaft immer zum
Sklavenhalter.
An den Bändern, auf denen die frisch gegossenen Schokoladen-
tafeln in Metallformen entlangwandern, an den Zigarettenmaschinen,
am Kohlensortierband, an den Stanzen in Blechemballagefabriken
ist in Deutschland der Arbeiter ebenfalls zur höchsten quantitativen
Intensivierung der Arbeit gezwungen, zu einer Anspannung, die
sich dem quantitativen Maximum nähert.
Selbstverständlich haben wir besonders beobachtet, ob das
fliessende Band (Konveyor) die physische Leistungsfähigkeit des
Arbeiters bis zum Maximum zwingt. Hier sind die Tatbestände
recht unterschiedlich. Der Zwang zur Ausgabe einer bestimmten
physischen Leistung ist nicht nur je nach der Branche und je nach
der Fabrik, in denen das Band angewandt wird, stark unter-
schiedlich. Auch am gleichen Bande ist die physische Intensität, die
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