Chemikalien, Quecksilber, bestimmten Gerbextrakten und ver-
schiedenen anderen Waren. Der amerikanische Handelsminister,
Herbert Hoover, wies in seiner sehr bekanntgewordenen, im Herbst
vorigen Jahres gegen die Monopole gehaltenen Rede darauf hin,
dass die Vereinigten Staaten Jahr für Jahr /ür mehrere Milliarden
Goldmark Waren zu kaufen gezwungen sind, die sie im eigenen
Land nicht herzustellen vermögen!
Deswegen ist die amerikanische Unabhängigkeit von der Welt-
wirtschaft heute bestenfalls nur noch eine Selbsttäuschung. Soweit
die Erkenntnis der weltwirtschaftlichen Zwangsbindung vorhanden
ist, betrachtet man sie als ein Schwächeelement der amerikanischen
Wirtschaft. .Der Wirtschaftsimperialismus, der in den Vereinigten
Staaten ausserordentlich stark ist, studiert zurzeit diese Probleme
sehr gründlich. Der Handelsminister Hoover meinte in der schon
erwähnten Rede, das Problem, dem sich die Welt jetzt gegenüber-
sehe, liege nicht nur darin, dass gegenwärtig bereits manche Waren
monopolmässig kontrolliert würden, sondern darin, dass noch viele
andere Rohstoffe ähnliche Massnahmen für die Zukunft gestatten.
Der Wollpreis könne durch das englische Imperium kontrolliert
werden, Rohöl, Baumwolle und Kupfer durch die Vereinigten
Staaten, Tee und Jute durch Indien, Antimon und Wolfram durch
China, Nickel und Asbest durch Kanada. In gleicher Art sei auch
eine allgemeine Preisbeeinflussung für Stahl, pflanzliche Öle und
eine lange Liste sonstiger Waren möglich. Wenn das auch vorläufig
weniger die Gebiete der grossen industriellen Nationen seien, die
jene Preiskontrolle ausüben oder auszuüben in der Lage wären, so
erscheine doch gar nicht ausgeschlossen, dass jene Methoden aus
deren Kolonien auf die Mutterländer übersprängen.
Hoover umfasste in seiner Rede, soweit er über die Wirkungen
der kapitalistischen Preisbeherrschung durch Monopole sprach, das
Problem mit den folgenden Sätzen, die wir hier abdrucken, weil sie
einen klaren Einblick in die Gedankenwelt der amerikanischen
Wirtschaftsführung gestatten:
„Vom ökonomischen Standpunkt aus müssen zwei Parteien im Aus-
tauschprozess unterschieden werden — Konsument und Produzent. Hohe
Preise ersticken den Konsum; wenn man den Konsum erstickt, so hat dies
zwei Wirkungen — eine Verschlechterung im Lebensstandard des Kon-
sumenten und, ä la longue betrachtet, eine Verkleinerung der Geschäfte
des Produzenten. Der Konsument sucht in einem solchen Falle sofort nach
jedem Mittel, das ihm eine bessere Ausnutzung ermöglicht, und er wendet
sich ferner, bewusst oder unbewusst, dem Gebrauch von Ersatzmitteln zu.
Die Nachfrage nach Ersatzmitteln regt erfinderische Geister an, solche
zu entdecken und zu verwerten. Ich spreche nicht etwa von Verfälschung. —
Beispielsweise sucht der Kaffeetrinker den letzten Tropfen aus seinen
Bohnen herauszuholen und wendet sich ferner zu Tee und Kakao. In Aus-
wirkung solcher Tendenzen haben wir unseren Kaffeekonsum während des
letzten Jahres um 20 Prozent vermindert. Der Automobilbesitzer flickt
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