fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

—552 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel. 
Da blieb denn der französischen Regierung wirklich nichts 
anderes übrig, als zu erneuten Unterhandlungen mit dem Sieger zu 
schreiten. Sie begannen mit der Bitte um einen Waffenstillstand, 
die Jules Favre am 23. Januar nach Versailles übermittelte. 
Diese Bitte wurde am 26. gewährt. Danach sollte mit dem 
31. Januar ein allgemeiner einundzwanzigtägiger Waffenstillstand, 
nur der südöstliche Kriegsschauplatz war ausgenommen, eintreten. 
Zur Sicherung ihrer Erfolge aber wurden den Deutschen dabei 
die sämtlichen Pariser Forts mit Einschluß von St. Denis 
übergeben, auch die Entwaffnung des Pariser Hauptwalles zu⸗ 
zestanden. Ferner wurde die Pariser Besatzung kriegsgefangen, 
wenn sie auch einstweilen noch in Paris interniert blieb; und 
sechshundertundzwei Feldgeschütze, eintausenddreihundertzweiund⸗ 
sechzig schwere Geschütze, eine Million siebenhundertfiebzigtausend 
Gewehre sowie eine große Menge von Kriegsmaterial kamen in 
die Hände der Deutschen. Es war, richtig betrachtet, der Fall 
don Paris. Damit war aber zugleich das zäh festgehaltene 
Ziel der französischen Kriegsführung beseitigt; von einer Fort— 
setzung des Kampfes konnte nicht mehr die Rede sein. 
Dem entsprach es, wenn nach den Bedingungen des 
Waffenstillstandes die französische Regierung die Ruhe der ein— 
undzwanzig Tage dazu benutzen sollte, um in freier Wahl durch 
zanz Frankreich eine Volksvertretung zu schaffen, von deren Be— 
schlußnahme Krieg und Frieden abhängig gemacht werden sollten. 
Am 12. Februar trat diese Versammlung in Bordeaux zusammen. 
Sie wählte Adolph Thiers zum Haupt der vollziehenden Ge— 
walt; und am 19. Februar ging dieser mit Jules Favre nach 
Paris, um die endgültigen Friedensverhandlungen zu führen. 
Am 26. Februar kam es zur Unterzeichnung der Prälimi— 
narien. Danach verzichtete Frankreich auf den Besitz des Elsasses, 
doch ohne das inzwischen, am 18. Februar, an die Deutschen 
uübergegangene Belfort, sowie auf den Besitz eines Teiles von 
Lothringen mit Metz und zahlte eine Kriegsentschädigung von 
fünf Milliarden Franken. Am 1. März begannen die Deutschen 
mit ihrem festlichen Einmarsch in Paris: ein Grund mehr für 
die Nationalversammlung, die Präliminarien alsbald, noch am
	        
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