Full text: Wert und Kapitalprofit

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Konkurrenzpreises des von ihnen zur Erzeugung beigesteuerten 
Dienstes ist. Das ist aber nicht der Fall, und zwar infolge der 
sogenannten „Ausgleichung der Profitrate“. Die Konkurrenz führt 
(mit der oben erwähnten Einschränkung) notwendigerweise dahin, 
daß jeder Kapitalist einen der Größe. seines--Kapitals_genau ent- 
sprechenden Surplusgewinn aus Profit macht. Ein Kapitalist, der 
z. B. 10000000 M. in seinem Betriebe investiert hat, erwirbt hundert- 
mal mehr an Profit als ein solcher, der nur 100000 M. investiert hat. 
Und zwei Kapitalisten, die gleichmäßig je 100000 M. investiert 
haben, verdienen in der Statik genau die gleiche Profitmenge: 
eher kann die Konkurrenz nicht zur Ruhe kommen! 
Nun mag aber der eine dieser beiden Kapitalisten, deren 
Kapital gleich groß ist, der Natur seines Betriebes nach 100, der 
andere nur 20 Arbeiter (und Angestellte) zu beschäftigen nötig 
haben. Nimm an, diese beiden Unternehmungen stellten die ganze 
Gesellschaft dar (es handelt sich hier nicht um eine Deduktion, 
sondern ganz simpel nur um eine Illustration), und der Mehrwert 
betrage zusammen für beide Unternehmungen 24000 M., so würde 
das bedeuten, daß pro Kopf des Arbeiters 200 M. Monopoltribut 
abgetreten werden. Bliebe dieser Tribut jedem Fabrikanten für 
sich, so hätte der eine 20000 M., der andere nur 4000 :M. Profit- 
einkommen. Das ist in der Statik unmöglich. Die Konkurrenz 
befindet sich erst dann in ihrem Ruhezustande, wenn der erste 
wie der zweite ihre Produkte zu einem Preise verkaufen, der jedem 
genau 12000 M. an Profit übrig läßt. Der erste muß also seine 
Waren billiger verkaufen, als ihrem Gehalt an Arbeitsmenge, bzw. 
Arbeitszeit (7°) entspricht, der zweite teuerer. 
Dieser Umstand hat, wie gesagt, den Vertretern der älteren 
objektivistischen Lehre die größten Schwierigkeiten bereitet. 
Rodbertus hat gar keinen Versuch gemacht, das Problem zu 
lösen; Ricardo hat sich in den sechs Unterabschnitten seines 
ersten Kapitels vom Werte schwer damit herumgeschlagen, und 
wir wissen aus seinem Briefwechsel, daß er weit entfernt davon 
war, mit der von ihm erreichten Lösung zufrieden zu sein. Marx 
hat das Problem völlig klar gestellt und dahin entschieden, daß 
kapitalistisch hergestellte Waren nicht zu ihrem „Werte“, sondern 
zu dem soeben von uns bestimmten „Produktionspreise“ in der 
Statik verkauft werden. Diese geringe Abweichung war von dem 
Standpunkte aus, von dem er sein Problem gestellt hatte, ohne 
viel Bedeutung: woran ihm lag, war, entsprechend seiner überall, 
soziologisch, vom Ganzen der Gesellschaft ausgehenden An-
	        
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