Full text: Wert und Kapitalprofit

„rein analytisch“: er ist gar rein definitorisch. Es ist alles „in 
die Definition“ geschoben. 
Hier handelte es sich um die Qualifikation, ein Gegenstand, 
den wir jetzt hoffen als endgültig erledigt betrachtet zu dürfen, aber 
auch für den Rest meiner Ausführungen muß ich Amonns Fest- 
stellung ausdrücklich bestätigen, daß alle meine Sätze 
„rein analytisch“ sind, so daß sich aus ihnen „keine empirischen 
Erkenntnisse ergeben können“. 
Nur daß ich die Gegenfrage stellen muß: wo findet sich 
denn in meinen Schriften auch nur die geringste Andeutung da- 
von, daß ich mit meinen Erörterungen über die Statik, den Wert 
und die Klasseneinkommen empirische Kenntnisse erzielen und 
anderen vermitteln will?! 
Unser Verfahren will nicht empirische Kenntnisse geben, 
sondern es will gegebene empirische Tatsachen aus Gesetzen ver- 
stehen lehren. Die Tatsachen sind sein Ausgang und nach Vollendung 
der Deduktion, wenn mit der Quaestio facti die Probe aufs Exempel 
gemacht wird, sein Prüfstein. Um an einem sehr nahe ver- 
wandten Beispiel zu orientieren: zum Zwecke einer trigonometrischen 
Landesaufnahme wird eine Basis möglichst genau vermessen: sie 
entspricht den Tatsachen, von denen eine Deduktion ausgeht. 
Dann werden nur noch abstrakte Dinge gemacht, Winkel gemessen 
und Längengrößen berechnet. Und ganz zum Schluß wird die 
letzte berechnete Dreieckseite wieder genau vermessen, um die 
Richtigkeit des Verfahrens zu prüfen: das ist die Quaestio facti. 
Amonn sagt (in II): „Wir haben es mit einem System em- 
pirischer Kräfte zu tun, und nur aus der Untersuchung der 
empirischen Wirksamkeit dieser Kräfte können wir erkennen, 
welcher Art das Gleichgewicht ist, auf das hin sie tendierten. Auch 
die Frage, welche Kräfte es sind, die da aufeinander wirken und 
zu einem Gleichgewicht hinstreben, kann nur empirisch gelöst 
werden. Denn wir haben es in unserer Wissenschaft mit einem 
Erfahrungsgegenstande zu tun, und reine Spekulation ist da nicht 
am Platze.“ 
Ich bin durchaus einverstanden. In der Tat ist, wie es weiter 
unten heißt, „unsere Wissenschaft eine ‚empirische‘ oder eine ‚Er- 
fahrungswissenschaft‘, d. h., ein System von ‚empirischen‘ oder von 
einem Erfahrungsgegenstande geltenden Erkenntnissen oder ein 
System von Urteilen oder Erkenntnissen über die Zusammenhänge 
von Erfahrungstatsachen (zum Unterschied von rein logischen 
Urteilen oder Erkenntnissen als Urteilen über die Zusammenhänge 
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