Full text: Wert und Kapitalprofit

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bleme tragen, aber immerhin von akademischem Interesse sind, wie 
z. B. der laufende Preis überhaupt, ferner die Preise für Singu- 
laritäten und Novitäten u. a. m. 
Jene schwache Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Ja, auch zu 
einer ernsthaften Polemik haben sich die Führer der Schule nicht 
entschließen können. Nur ein paar mindere Parteigänger haben 
mich mit Waffen angegriffen, deren mich zu bedienen ich aus 
Gründen der persönlichen Würde ablehnen muß. 
Inzwischen bin ich in der fünften Auflage meiner „Theorie 
der reinen und politischen Ökonomie“!) zum Angriff mit dem 
schwersten Geschütz vorgegangen. Ich habe von von Wiesers 
„Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft“ gesagt, daß die Schule 
mit diesem ersten vollen System, das sie hervorgebracht hat — 
vorher waren es immer nur Spezialuntersuchungen — Selbstmord 
begangen hat (S. 131) ?). 
Seitdem zeigt die Schule immer bedrohlicher die facies hippo- 
cratica: der „Selbstmord“ hat eben nicht unmittelbar zum Tode geführt. 
Wissenschaftliche Schulen pflegen langsam zu sterben, selbst wenn 
sie längst ihre theoretische Basis eingebüßt haben. Aber die Kritik 
aus dem eigenen Lager wird immer schärfer und zersetzender. 
Um einige Beispiele anzuführen, so hat Emil Lederer in 
einer Abhandlung: „Der Zirkulationsprozeß als zentrales Problem 
der ökonomischen Theorie“, erschienen in der „Zeitschrift der öko- 
nomischen Fakultät der kaiserlichen Universität Tokio“ (1925), 
bereits sehr deutlich seine Abwendung von der Wiener Schule aus- 
gesprochen. Er hat vor allem einsehen müssen, daß ihre für das 
Problem der Distribution entscheidende Lehre von der „Zurechnung“ 
unhaltbar ist, von der ich (a. a. O. S. ı91) spöttisch geschrieben 
habe, „daß sie den Besitzern der Produktionsmittel, den Grund- und 
Kapitaleigentümern, immer exakt dasjenige Einkommen zurechnet, 
das sie zufällig gerade erhalten“?). Man könnte, unter Anwendung 
des Wortes „Fähigkeit“ in dem oben erläuterten Sinne, sehr wohl 
von der „Un-Zurechnungs-Fähigkeit‘“ der Grenznutzenschule sprechen. 
Sogar Hans Mayer, Böhm-Bawerks Nachfolger auf seinem 
Lehrstuhl, hat sich der schlimmsten Ketzerei ergeben. Er hat in 
der „Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik“ (N. F. I, 7—9 
Die Grenznutzenschule‘‘, S, 119 ff. und „die objektivistische Kritik an der sub- 
jektiven Wertlehre‘“, S. 797 ff. 
2) Adolf Weber (a. a. O. S. 27) nennt die Grenznutzentheorie gerade im 
Hinblick auf dieses Buch „überraschend steril‘. 
3) Vgl. auch S. 543. Über die Zurechnung der „Bodenleistung‘“, ferner 684, 
721, 748 und passim. 
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